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Arbeitskampf bei der Lufthansa

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. kritisiert erneuten Pilotenstreik bei Lufthansa

Montag, 28 November 2016 21:33
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. kritisiert erneuten Pilotenstreik bei Lufthansa Bildquelle: PIXABAY.COM

München - Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Cockpit werden die Lufthansa-Piloten am Dienstag und Mittwoch wieder ganztägig die Kurz- und Langstrecke bestreiken. In diesem Zeitraum seien alle Flüge betroffen, die aus Deutschland starten sollen. Cockpit begründet das Ende der Streikpause mit der Ergebnislosigkeit eines kurzfristig anberaumten Spitzengesprächs.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) kritisiert den erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa scharf. „Diese 14. Streikwelle im Lufthansa-Konzern seit April 2014 wirft ein schlechtes Licht auf unser Land. Die Lufthansa steht in starkem internationalen Wettbewerb, insbesondere durch sogenannte Billig-Airlines und durch aufstrebende Konkurrenten mit günstigeren Kostenstrukturen“, heißt es seitens der vbw.

Die zentrale Interessenvereinigung der bayerischen Wirtschaft, die 127 bayerische Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie 41 Einzelunternehmen vertritt, befürchtet, dass bei weiter anhaltenden Streikaktionen Verkehrsströme verstärkt über andere internationale Drehkreuze geleitet werden und sich Umsteigepassagiere vermehrt Wege über Knotenpunkte im Ausland suchen. „Da München eines der beiden zentralen Drehkreuze der Lufthansa in Deutschland ist, ist Bayern besonders betroffen. Unserem Land geht mit jedem Streik Wertschöpfung verloren“, erklärt die vbw.

Deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt befürchtet zudem einen massiven Imageschaden: „Bayern und Deutschland verlieren als Verkehrsdrehscheiben an Zuverlässigkeit. Das können wir uns als stark exportorientiertes Land nicht leisten. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft steht auf dem Spiel.“

Der Wirtschaftsvertreter ruft die Vereinigung Cockpit dazu auf, zügig eine dauerhaft tragfähige Lösung am Verhandlungstisch zu suchen. „Der Streik richtet sich formal gegen das eigene Unternehmen, faktisch aber gegen die Passagiere und viele andere Unternehmen. Wenn einige Wenige eine gesamte Infrastruktur lahmlegen, zieht dies einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden nach sich“, so Brossardt. Es dürfe nicht sein, dass aufgrund von Partikularinteressen große Teile des Wirtschaftslebens weiterhin beeinträchtigt würden.

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