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Die Emotionalisierung der Marke „wee“ im Eishockey

Nicht nur in Bad Tölz ein Begriff: Cengiz Ehliz, die weeCONOMY AG und ihr strategisches Sponsoring

Mittwoch, 10 Mai 2017 23:28
weeCONOMY-Chef Cengiz Ehliz (l.) und der Eishockey-Nationalspieler Yasin Ehliz (r.) am Rande des Yasin-Ehliz-Cups 2017 weeCONOMY-Chef Cengiz Ehliz (l.) und der Eishockey-Nationalspieler Yasin Ehliz (r.) am Rande des Yasin-Ehliz-Cups 2017 Quelle: YouTube (Screenshot)

Bad Tölz – Die Tölzer Löwen zählen zu den traditionsreichsten Eishockey-Teams in Bayern. 1962 und 1966 holte die erste Mannschaft des EC Bad Tölz den deutschen Meistertitel, zehnmal war der Verein Vizemeister, in der Oberliga, der dritthöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse, schafften sie 1994 und 2012 die Meisterschaft. Derzeit spielt der Verein in der DEL2, der zweiten Liga des deutschen Eishockeysports – und einer seiner Leistungsträger war lange Zeit der rechte Flügel-Spieler Yasin Ehliz, 1992 in Bad Tölz geboren, seit frühester Jugend auf den Kufen und heute für den Erstligisten Nürnberg Ice Tigers im Einsatz.

Ehliz, der auch schon einige Einsätze für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft absolvierte, beispielsweise bei den Weltmeisterschaften 2014 und 2015, begann seine Karriere als Eishockeyspieler in der Nachwuchsabteilung des EC Bad Tölz, für dessen U18-Junioren er zunächst von 2007 bis 2010 in der Deutschen Nachwuchsliga spielte. Parallel dazu stand er in der Saison 2009/10 zum ersten Mal für die Tölzer Löwen in Oberliga auf dem Eis. Sein DEL-Debüt für die Ice Tigers gab er im Oktober 2010, in der darauf folgenden Saison spielte er bereits 35 Partien für die Franken und schoss vier Tore.

Yasin-Ehliz-Cup

Wenngleich seit der Saison 2012/13 fester Bestandteil der Mannschaft des Nürnberger DEL-Clubs, ist Yasin Ehliz seiner Heimatstadt und seinem Heimatverein weiterhin verbunden. Dies macht er unter anderem als Namensgeber des Yasin-Ehliz-Cups deutlich, der im März dieses Jahres zum dritten Mal in der Bad Tölzer Hacker-Pschorr-Arena ausgetragen wurde. Hauptsponsor der Sportveranstaltung ist Schweizer weeCONOMY AG, deren Unterstützung einen maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Tölzer Löwen in die DEL2 hatte. Geführt wird das Unternehmen, das derzeit offensiv mit einem neuen Cashback-System an den Markt geht, von dem erfahrenen Vertriebsspezialisten Cengiz Ehliz. Der 46-jährige, ebenfalls aus Bad Tölz stammende Unternehmer, der seit 2010 mit einem mittlerweile 50-köpfigen Team an dem Bonussystem arbeitet, unterstützt das Turnier nicht nur aufgrund familiärer Bindungen zu seinem Neffen Yasin Ehliz, sondern auch, weil er in der Nachwuchsförderung im Sport eine gesamtgesellschaftlich wichtige Aufgabe sieht.

BAYERN DEPESCHE teilte Cengiz Ehliz dazu mit: „Mit viel gekaufter Manpower ist es einfach, ein solches Turnier hinzukriegen. Ohne großes Budget zu arbeiten und die Planung und Durchführung eines hochklassigen internationalen Jugendturniers mit ehrenamtlichem Engagement umzusetzen, ist einfach nur klasse. Das macht den Unterschied zu vergleichbaren Events aus. Mein Neffe Yasin wurde in der Tölzer Talentschmiede zum Eishockeyprofi und deutschem Nationalspieler geformt. Seit 2011 ist er Profi bei den Ice Tigers Nürnberg. Er ist der Namensgeber und die Triebfeder des Events.“

Soziales Engagement sei für ihn sehr wichtig – in mehrfacher Hinsicht. „Da gibt es den persönlichen Bereich, wo ich helfe oder die eine oder andere Organisation unterstütze. Das ist privat und ich möchte nicht damit werben. Bei weeCONOMY haben wir weeCHARITY for kids e.V. als gemeinnützigen Verein entwickelt, als Teilmarke von ‚wee‘. Perspektivisch ist dieses soziale Projekt so ausgelegt, dass bei jeder Transaktion unseres Cashback-Systems ein Bruchteil in diesen sozialen Fördertopf abfließt und für Kinder in Not aktiviert werden kann. Die Arbeit ist auch hier ehrenamtlich – Kolleginnen aus unserem Management und Frauen von Top-Managern unserer Firma haben das Projekt zu einem ganz besonderen Ding gemacht“, so Ehliz, der auch Hauptaktionär der weeCONOMY AG ist.

Sport und Entertainment

Das „wee“-System befindet sich derzeit auf Expansionskurs, nicht nur in Deutschland, vor allem in den neuen Bundesländern, sondern auch mit werbeintensiven Markteinführungen in weiteren europäischen Ländern wie der Schweiz, Österreich, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, Polen, Frankreich und Italien. Das Besondere bei „wee“: Das System zielt neben dem Online-Handel vornehmlich auf regionale Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen – und als Bonus gibt es keine Punkte, sondern bares Geld. Man sammelt bei Einkäufen in den weeCONOMY-Partnergeschäften entweder mit einer Bonuskarte (weeCard), einer Smartphone-App (weeApp) oder im Internet sogenannte „wees“, die man sich anschließend auszahlen oder beim nächsten Einkauf verrechnen lassen kann. Ein „wee“ entspricht dabei einem Euro. Wie viele Prozente bei jedem Einkauf gewährt werden, legt das Partnergeschäft selbst fest.

Die vielfältigen Sponsoring-Aktivitäten der weeCONOMY AG unter ihrem strategischen Kopf Cengiz Ehliz – nicht nur beim Eishockey, sondern auch und vor allem beim Boxen (https://www.hessen-depesche.de/wirtschaft/cengiz-ehliz,-die-weeconomy-ag-und-der-boxsport.html) – haben natürlich nicht nur einen Gemeinwohleffekt, sondern dienen natürlich auch der Werbung für den Neuling auf dem Cashback-Markt. Strategisches Sportsponsoring wie es weeCONOMY betreibt, setzt dabei auf die zunehmende Verbindung von Sport und Entertainment einerseits und die Etablierung von Sportarten in Social-Media-Kanälen wie Facebook und Twitter andererseits. Wichtig sind auch große TV-Reichweiten, die vor allem bei Fernsehübertragungen von großen Box-Events erreicht werden.

Box-Sponsoring von „wee“: Emre Cukur (r.) bei einem Kampf | Quelle: weeCONOMY AG
Box-Sponsoring von „wee“: Emre Cukur (r.) bei einem Kampf
Quelle: weeCONOMY AG

 

Für die weeCONOMY AG ist die aktuelle Einführung des Cashback-Systems „wee“ in Deutschland, einem der wichtigsten Märkte in Zentraleuropa, nach eigenen Angaben „richtungsweisend“. Daher sei die Markenkommunikation sehr eng auf die vertrieblichen Aktivitäten in den Pilotregionen abgestimmt, heißt es aus dem Unternehmen. Die Sportarten Boxen, Eishockey und partiell auch Fußball sollen dabei den Kern eines neuen, in sich vernetzten Sponsoring-Konzepts bilden, das sich, so hofft das Unternehmen, „mittel- und langfristig als integrativer Bestandteil der globalen Markterschließung ausprägen“ werde. Erklärtes strategisches Ziel sei es nun, die Erfahrungen der vergangenen Monate auszuwerten und in eine große Kampagne zu integrieren, die als „Big Bang“ für Herbst 2017 geplant ist.

Stärkung des regionalen Einzelhandels

Im Gegensatz zum Boxen, wo die TV-Präsenz der Marke im Vordergrund steht, ist geht es beim Eishockey für die weeCONOMY AG vor allem um die Steigerung des Bekanntheitsgrades und die Emotionalisierung der Marke. Davon profitieren letztendlich beide Seiten. Cengiz Ehliz weiß, dass insbesondere deutsche Traditionsclubs in der zweiten und dritten Liga für jede Unterstützung dankbar sind. „Vor unserem aktuellen Eishockey-Sponsoring in Bad Tölz während der Play-Offs, haben wir die Region intensiv studiert und als Hauptsponsor des Yasin Ehliz-Cups, einem international bedeutenden Eishockey-Jugendturnier, den ersten kleinen Schritt gewagt. In Verbindung mit der vertrieblichen Erschließung des Tölzer Landes für unser Cashback-System ist die Präsentation der Marke bei den heimischen Play-Offs der Tölzer Löwen eine Art Katalysator für die Gewinnung von Partnern im Einzelhandel. Unser Eishockey-Engagement baut in der verschworenen Tölzer Gemeinschaft Vertrauen auf, das wir bei der vertrieblichen Erschließung nutzen“, so der „wee“-Chef gegenüber BAYERN DEPESCHE.

Nach dem Vorbild der amerikanischen Eishockey-Liga NHL, wo in den Play-Offs die Tore der Heimmannschaft mit dem frenetischen Schwenken von Tüchern gefeiert werden, habe „wee“ beim Yasin-Ehliz-Cup mit der Bereitstellung von 3.000 solcher sogenannten „Towels“ für eine vollkommen neue Atmosphäre in der Tölzer Eishockey-Arena gesorgt. „Was aber noch wichtiger war“, ergänzt Ehliz, „wir hatten 1.000 mit je fünf Euro aufgeladene weeCards für interessierte Fans reserviert, die weitestgehend verteilt und bei der Stadiongastronomie eingelöst wurden“. Neben den Gastronomiebetrieben in der Hacker-Pschorr-Arena kann man „wees“ inzwischen auch in zahlreichen Geschäften der Bad Tölzer Innenstadt sammeln und einlösen.

Regionales Sponsoring und Stärkung des regionalen Einzelhandels – das ist das Erfolgsrezept der weeCONOMY AG. Bei den Mittelständlern kommt das gut an, sehen sie sich doch vielfach von den Ketten und Großkonzernen an die Wand gedrückt. Insofern verschafft die Teilnahme am „wee“-System nicht nur Verbrauchern, sondern auch den kleineren Geschäften und Betrieben wirtschaftliche Vorteile. Man darf gespannt darauf sein, was sich Cengiz Ehliz und die weeCONOMY noch einfallen lassen, um die Marke „wee“ in Bayern und darüber hinaus am heißumkämpften Markt zu positionieren.

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