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Vereinzelter Kundenkritik wurde vollständig Rechnung getragen

MEP Werke GmbH von Konstantin Strasser kann durch Kapitalerhöhung richtig durchstarten

Donnerstag, 07 Februar 2019 23:10
MEP-Geschäftsführer Konstantin Strasser MEP-Geschäftsführer Konstantin Strasser Quelle: MEP Werke

München – Für die MEP Werke GmbH (My Energy Partner) von Konstantin Strasser läuft es wieder richtig gut. Nachdem vereinzelter Kundenkritik Rechnung getragen und ein technisches Problem bei der Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen behoben wurde, meldet der Münchner Solaranlagen-Vermieter nun eine satte Kapitalerhöhung um 19,5 Millionen Euro.

Im Frühjahr 2018 teilte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit, dass sie den bekannten Photovoltaik-Pachtanbieter MEP abgemahnt hat, weil der Miete für montierte Solaranlagen kassiert habe, die noch keinen Solarstrom geliefert hätten. Der Energie-Bereichsleiter der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, sagte: „MEP wirbt wörtlich mit einem ‚Rundum-sorglos-Miet-Paket‘ und verspricht Begleitung von der Montage bis zum Betrieb. Tatsächlich aber lässt die Firma viele Kunden auf den letzten Metern im Stich – die haben dann eine Anlage auf dem Dach und zahlen Miete, bekommen aber keinen Strom.“ Die Verbraucherschützer wiesen in diesem Zusammenhang auf ein Problem mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hin, das den von den Netzbetreibern einzurichtenden Anschluss betreffe. Nach der Installation der Miet-Solaranlagen sei der nicht sofort ans Netz gegangen. Im Ergebnis wären Mietzahlungen fällig geworden, obwohl die Ökostromproduktion noch gar nicht angelaufen sei. Das betraf aber nur Einzelfälle, was die Abmahnung im Rückblick ziemlich unverhältnismäßig erscheinen lässt. Laut Thomas Wennmacher, der bei der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale mit der Causa MEP befasst war, sind zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 nur Beschwerden im „niedrigen zweistelligen Bereich“ über das Unternehmen eingegangen.

My Energy Partner stellte umgehend klar, dass sich die Vorwürfe auf längst korrigierte Alt-AGBs und damit auf nicht mehr gültige Vertragsversionen bezögen. Der Ökostrom-Förderer teilte ferner mit: „Es ist richtig, dass die Fälligkeit der Mietzahlung bisher laut Mietvertrag zwischen MEP und dem Kunden unabhängig ist vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Die Fälligkeit beginnt ab dem ersten des übernächsten Monats nach erfolgter Montage und Installation (DC- und AC-Anschluss). Der Zählertausch und die Inbetriebnahme erfolgen in Koordination mit dem zuständigen Netzbetreiber in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Wochen.“ MEP-Geschäftsführer Konstantin Strasser räumte mit Bedauern ein, dass es 2017 mitunter Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Solaranlagen gab. Einerseits sei es zu Lieferschwierigkeiten des damaligen Zählerlieferanten gekommen, andererseits habe der Netzbetreiber mehrfach Freischaltungsfristen nicht eingehalten. Die Folge sei ein enormer organisatorischer Mehraufwand für sein Unternehmen und eine ärgerliche Verlängerung der Wartezeit für die Kunden gewesen. Strasser sorgte aber für eine schnelle Lösung der Zähler- und Netzanschluss-Probleme. Durch eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurde im letzten Jahr für die gewünschte Flexibilisierung des Mietbeginns gesorgt. Die Mietzahlungen werden seither erst dann fällig, wenn die private Stromproduktion tatsächlich angelaufen ist.

Schnell verstummte die Kritik der Verbraucherzentrale NRW, und die MEP Werke widmeten sich wieder voll und ganz dem Verkauf und der Vermietung von klimafreundlichen Solaranlagen an private Hauseigentümer. Beim Mietmodell „Switch Solar“ kann –  so das Versprechen –  ohne nennenswerte Startinvestitionen der Kostenvorteil der Sonnenenergie genutzt, die Unabhängigkeit von den großen Stromerzeugern erhöht und durch Montage von Energiespeichern zudem ein individuelles Strommanagement betrieben werden. Nach Angaben Strassers hat MEP schon mehr als 10.000 deutschen Privathaushalten zu selbst produziertem Ökostrom verholfen. „Unser Ziel ist es nun, nicht nur weiter zu wachsen, sondern auch unser Angebot um weitere Produkte im Bereich Energie und Haushalt zu ergänzen. Insgesamt wollen wir dem Kunden ein Komplettangebot bieten für einen grünen und sicheren Haushalt ohne hohe Investitionskosten oder großen Aufwand“, so der Photovoltaik-Pionier.

Angesichts dieser ehrgeizigen Pläne kommt es wie gerufen, dass sich die PI Solar GmbH mit 19,5 Millionen Euro an der MEP Werke GmbH beteiligt und damit eine kräftige Finanzspritze gibt. Das Engagement des österreichischen Investment-Unternehmens zeigt, dass die Münchner Solar-Profis aufgrund ihrer Geschäftspolitik ein attraktives Investitionsziel für institutionelles Kapital darstellen. Hinter der Kapitalerhöhung von PI Solar steht der erfolgreiche österreichische Investor Dr. Wolfgang Putschek. Arrangiert wurde die wachstumsfördernde Transaktion von der Strasser Capital GmbH als Muttergesellschaft der MEP Werke GmbH und der Pressburg Partners GmbH.

Die Strasser Capital GmbH gilt als eine der deutschlandweit führenden Kapitalbeteiligungsgesellschaften für „grüne“ Firmen. Ihr Portfolio umfasst mehrere Unternehmen aus der Sparte der erneuerbaren Energien, die sich auf den Bau, die Montage, den Betrieb, die Wartung und den Verkauf sowie die Vermietung von Photovoltaik-Dachanlagen und -Freiflächenanlagen spezialisiert haben. Anfang 2018 wurde bekannt, dass man auch Kapitalbeteiligungen im Bereich Retail & Consumer, Real Estate und Gastronomie hält. Ihr Tätigkeitsfeld beschreibt die Strasser Capital GmbH so: „Neben der Durchführung von Private Equity-Investitionen in bestehende Unternehmen und dem Aufbau eigener Unternehmen strukturiert die Strasser Capital eine Vielzahl moderner Finanzierungslösungen für ihre Beteiligungen. Hierzu zählen unter anderem Eigenkapitalinvestitionen über externe Investoren oder Vermögensanlagen, die Strukturierung von Mezzanine Kapital über Vermögensanlagen oder institutionelle Kapitalgeber. Außerdem gehören Fremdkapitalfinanzierungen über Bankdarlehen oder die Emission und Platzierung von Asset Backed Securities bzw. Bonds über die internationalen Kapitalmärkte an institutionelle Investoren dazu. Darüber hinaus hat die Strasser Capital eine eigene Crowdinvesting-Plattform konzipiert.“

Somit war man der ideale Verhandlungspartner für die PI Solar GmbH, als es um die Millionengelder für die MEP Werke ging. Deren Gründer und Geschäftsführer Konstantin Strasser sagte zu dem 19,5-Millionen-Euro-Deal: „Wir freuen uns sehr, dass ein renommiertes Investment-Unternehmen signifikant Eigenkapital in die MEP Werke GmbH eingebracht hat. Insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen, denen wir uns im vergangenen Jahr stellen mussten, bestätigt uns das anhaltende Vertrauen der Investoren, die an uns und den Erfolg unseres Geschäftsmodells glauben.“

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