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Ausbaugegner sehen sich durch Umfrage gestärkt

Mehrheit der Bayern gegen dritte Startbahn am Flughafen München

Montag, 05 Oktober 2015 20:07
Flughafen München mit Terminal 1, Terminal 2 und München Airport Center Flughafen München mit Terminal 1, Terminal 2 und München Airport Center Quelle: de.wikipedia.org | Thomas Kniess | CC BY-SA 3.0

München - Eine repräsentative Studie von TNS Infratest befeuert die Debatte um eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen. Nach dieser Umfrage sprechen sich 50 Prozent der Bayern gegen eine Erweiterung des Flughafens aus. Für die dritte Startbahn plädieren lediglich 37 Prozent der Befragten. SPD Landtagsfraktions-Chef Markus Rinderspacher sagte: „Die Studie stärkt die Position der Ausbaugegner: Die Menschen in ganz Bayern wollen keine dritte Startbahn im Erdinger Moos, die CSU muss ihre Pläne endgültig begraben.“ Rinderspacher erklärte mit Blick auf den Auslastungsgrad der Flugzeuge von unter 80 Prozent: „Die Entwicklung der Flugbewegungen zeigt: Es gibt keine Notwendigkeit zum Bau einer dritten Start- und Landebahn.“ Seine Partei werde den Bürgerwillen, der sich schon im Bürgerentscheid des Jahres 2012 gezeigt habe, respektieren. Von der CSU fordert der SPD-Politiker die Beendigung der Flughafen-Planspiele: „Die CSU muss die Zeichen der Zeit erkennen und Abstand von dem Milliardenprojekt nehmen.“

Hubert Aiwanger, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, polterte: „Die CSU ist die Partei des Größenwahns, gekoppelt mit Realitätsverlust. Die dritte Startbahn ist entgegen jahrelanger Propaganda überflüssig und politisch tot. Die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, Atomlaufzeitverlängerung, Donaustaustufe, Transrapid, Hypo Alpe Adria, Ausländermaut, dritte Startbahn – reihenweise politische Bauchlandungen mit oft hohen Nebenkosten für den Steuerzahler. Es schadet Bayern, wenn diese Partei alleine regiert.“

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will sich erst im Oktober oder November auf eine endgültige Position zur dritten Startbahn festlegen. Der Startbahn-Dialog werde bis dahin ergebnisoffen geführt.

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