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Zahl der Festanstellungen von Leiharbeitern gering

Mehr Zeitarbeiter in der bayerischen Metallindustrie

Samstag, 29 August 2015 01:44
Mehr Zeitarbeiter in der bayerischen Metallindustrie Quelle: dgb.de

München - Ist es eine Folge der wirtschaftlich schädlichen Rußland-Sanktionen oder ein Vorbote sinkender deutscher Exporte nach China? Die Zahl der Zeitarbeitnehmer in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist im ersten Halbjahr wieder auf rund 35.000 gestiegen, während die Zahl der Festanstellungen weiter gering bleibt. Verbands-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte in München: „Insgesamt wurden in den Betrieben knapp zwölf Prozent der Zeitarbeitnehmer fest angestellt.“ Als wenn diese Quote nicht schon bescheiden genug wäre, räumt Brossardt ein, dass sieben Prozent der bayerischen Zeitarbeitnehmer sogar länger als zwei Jahre eingesetzt werden, ohne eine Festanstellung zu erhalten.

Die bayerische IG Metall verwies darauf, dass sich jeder neunte Arbeitnehmer weiter in unsicheren Arbeitsverhältnissen befinde. Wenn sieben Prozent der Zeitarbeiter länger als zwei Jahre in einem Betrieb eingesetzt würden, „dann sind das sieben Prozent zu viel“, sagte Gewerkschaftssprecher Michael Knuth.

Erst Anfang August war der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern an die Öffentlichkeit getreten, um auf die besondere Armutsgefährdung von Leiharbeitskräften hinzuweisen. Nach Angaben des bayerischen DGB sind nur 84,8 Prozent der hiesigen Beschäftigten, die 2014 ihren Arbeitsplatz verloren, bei Eintritt der Arbeitslosigkeit von der Arbeitslosenversicherung finanziell unterstützt worden. 15,2 Prozent rutschten laut den Berechnungen des DGB nach ihrem Arbeitsplatz-Verlust sofort in Hartz IV ab. In absoluten Zahlen waren dies 349.919 Arbeitskräfte, die zu Beginn der Arbeitslosigkeit Arbeitslosengeld erhielten und 62.589, die bereits bei Eintritt der Arbeitslosigkeit direkt auf Hartz IV angewiesen waren. Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena sagte zu diesen Zahlen: „Diese Fakten zeigen, dass der Weg vom Beschäftigten zum Hartz-IV-Empfänger kürzer ist, als vielfach angenommen und die Sicherungslücken der Arbeitslosenversicherung nicht länger übersehen werden können.“

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