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"Keine Beeinträchtigung des freien Warenverkehrs in Europa"

Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) für Grenzkontrollen

Mittwoch, 30 März 2016 20:31
Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) Quelle: de.wikipedia.org | Monster4711 | CC BY-SA 3.0

Hamburg – Ebenso wie der scheidende Präsident des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor Hans-Werner Sinn, ist der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne der Ansicht, dass eine Sicherung der Grenzen vor illegaler Einwanderung den freien Warenverkehr in Europa nicht beeinträchtigen würde. „Grenzschließungen wären beherrschbar. Die Logistik ist erfinderisch genug, sie könnte mit Grenzkontrollen umgehen“, so Kühne laut „Welt am Sonntag“.

Ein positiver Nebeneffekt wäre möglicherweise, dass es „zu einer Renaissance des Bahngüterverkehrs“ kommen könnte, erklärte der 78-jährige Milliardär, der Gründer und Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel ist. Kühne sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, den Zuzug von Migranten nach Deutschland zu begrenzen. „Im Augenblick sind die Zahlen gerade noch verkraftbar. Aber wenn aus einer Million Flüchtlingen zwei Millionen werden, kann sich das ändern“, erklärte der Unternehmer gegenüber der WamS. Die Zuwanderer überschätzten die Chancen, die Europa ihnen bieten könne.

Zuvor hatte bereits das ifo Institut festgestellt, dass eine Schließung der Grenzen wesentlich günstiger wäre als die unbegrenzte Aufnahme von Migranten. Im schlimmsten Fall würden Grenzkontrollen die deutsche Wirtschaft 15 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Das ist weniger als die jährlich 20 Milliarden, die das bekannte Wirtschaftsinstitut für den Fall einer weitgehend unkontrollierten Einreise von Migranten berechnet hatte.

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