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Immobilienfinanzierer tritt bei Projekten immer selbst als Ankerinvestor auf

Linus Digital Finance: David Neuhoff versucht sich an digitalen Immobilieninvestments

Donnerstag, 17 Dezember 2020 01:15
Linus Digital Finance: David Neuhoff versucht sich an digitalen Immobilieninvestments Quelle: Linus Digital Finance

Berlin – Trotz einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte ist die Linus GmbH außerhalb Berlins noch relativ unbekannt. Dabei arbeiten in einer exklusiven Büroanlage direkt am Alexanderplatz über 20 Mitarbeiter an daten- und technologiegesteuerten Finanzierungslösungen für Immobilienprojekte. „Neue Technologien verändern die Welt – auch die Welt der Immobilieninvestments“, ist Unternehmensgründer und CEODavid Neuhoff überzeugt. Linus finanziert über hauseigene institutionelle Immobilienfonds die Projekte von Immobilienentwicklern und bietet institutionellen Investoren und semiprofessionellen Anlegern die Chance, sich über eine Digital-Plattform an diesen lukrativen Investments zu beteiligen.

Die Finanzierungsleistungen richten sich gleichermaßen an Projektentwickler und Investoren. Ersteren werden flexible Finanzierungen für Immobilienvorhaben aller Nutzungsarten und in jeder Entwicklungsphase angeboten: „Sie erhalten bei uns Mezzanine- und Whole-Loan-Finanzierungen für alle Projektphasen – vom Grundstücksankauf bis zur Bestandsfinanzierung. Dabei können Sie sich stets auf unsere einzigartige Transaktionssicherheit und -geschwindigkeit verlassen, die wir durch ein erfahrenes und unternehmerisches Team sowie schlanke digitale Prozesse gewährleisten können.“ Bei der Finanzierung von Bestandsimmobilien liegt der Fokus auf Wohn- und Gewerbeimmobilien in A- und B-Städten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, der Benelux-Staaten sowie Großbritanniens. Als Finanzierungspartner von Immobilienentwicklern konzentriert sich die Linus GmbH verständlicherweise auf Ballungsräume mit guten wirtschaftlichen und demografischen Entwicklungspotenzialen.

Unterschiedliche Investorengruppen bekommen über „Linus Private Invest“ ab 200.000 Euro und „Linus Institutional Invest“ ab fünf Millionen Euro einen direkten Zugang zu institutionellen Immobilieninvestments. Die Laufzeit der Kredite beträgt in der Regel 12 und 36 Monate. Kapitalstarke Anleger, Vermögensverwalter und Family Offices können sich als Co-Investoren direkt an institutionellen Immobilienfinanzierungen beteiligen. Der Linus-Fonds ist aus Sicherheitsgründen bei jedem Investment als Ankerinvestor aktiv. Das heißt, wenn ein Immobilienprojekt die strengen Prüfkriterien erfüllt hat, geht Linus mit einem eigenen Fonds in Vorleistung und stellt 25 Prozent des erforderlichen Kapitals zur Verfügung. Experten-Teams haben vorher alle Finanzierungsanfragen von Projektträgern unter die Lupe genommen und managen danach die Investments für die Anleger und den Fonds. Mit einer Mindestsumme von 200.000 Euro können sich Nullzins-Frustrierte an Immobilieninvestments mit attraktivem Rendite-Risiko-Profil beteiligen, die bisher nur institutionellen Investoren zugänglich waren. Institutionelle Anleger haben ab einem Betrag von fünf Millionen Euro die Möglichkeit, sich an der Finanzierung von Projektentwicklungen und Bestandsimmobilien zu beteiligen. Zugesichert werden maßgeschneiderte Investitionsmöglichkeiten entsprechend allen regulatorischen Anforderungen und eine überdurchschnittliche Transaktionsschnelligkeit. Die Gelder aus dem Linus-Fonds fungieren als Ankerinvestment, um die Rückzahlung der Einlagen der Co-Investoren abzusichern.

Vier Jahre nach ihrer Gründung 2016 zählt die Linus GmbH 22 Mitarbeiter und konnte bereits rund 500 Millionen Euro in fast 40 ausgewählte Immobilienprojekte investieren. Ungefähr 125 Millionen Euro wurden bis dato an die Anleger zurückgezahlt. Die Renditen der Co-Investoren liegen nach Unternehmensangaben zwischen sechs und zehn Prozent, ohne dass bislang irgendwelche Ausfälle zu beklagen seien. Diese positive Bilanz reicht den beiden vertretungsberechtigten Geschäftsführern David Neuhoff und Dominik Pederzani aber noch nicht. So teilte COO Pederzani unlängst mit, dass Linus Capital aus eigener Kraft einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in den Ausbau seiner digitalen Investmentplattform investieren wird. Mit dieser Professionalisierung sollen in einem überschaubaren Zeitraum weitere Co-Investments im dreistelligen Millionenbereich mobilisiert werden. Konkret ist von mehr als 250 Millionen Euro bis Ende 2021 die Rede. Im November gab man bekannt, zukünftig als Linus Digital Finance zu firmieren. Oft wird das Immobilieninvestment-Unternehmen mit der Crowdinvesting-Plattform Exporo verglichen, aber es gibt Unterschiede im Geschäftsmodell:Die Berliner richten sich mit einer Beteiligungsschwelle von 200.000 Euro an Besserverdiener, während Exporo gezielt Kleinanleger anspricht. Außerdem haben die Hauptstädter mit der Tätigkeit als Ankerinvestor ein zusätzliches Sicherheitsnetz für ihre Co-Investoren aufgespannt.

„Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Immobilien nicht wirklich gedämpft“, erläutert Pederzani und nennt den Hauptgrund: „Investoren suchen händeringend nach stabilen, sicheren Anlagemöglichkeiten.“ Während sich die Preise von Wohnimmobilien kaum verändert hätten, bleibe abzuwarten, ob sich der Homeoffice-Trend auf dem Markt für Büroimmobilien niederschlage. Dass der Immobilienfinanzierer keine ernsthaften Corona-Folgen für die Preise erwartet, zeigt sein Expansionsschritt ins Ausland. In naher Zukunft können sich Linus-verbundene Investoren auch in London engagieren. Linus Digital Finance ist dort mit einer Tochtergesellschaft vertreten und kündigte in diesem Herbst entsprechende Millionen-Investitionen an. Die britischen Immobilienprojekte sollen ein Volumen zwischen fünf und 50 Millionen Euro haben.

Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, erweitert Linus ständig das eigene Expertenteam: „Wir stellen gerade in den Bereichen Sales, Tech und Marketing eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, um das Wachstum auch entsprechend vorantreiben zu können“, bestätigte David Neuhoff. Der Chief Executive Officer studierte Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und verfügt über eine langjährige Berufserfahrung als Immobilieninvestor und Transaktionsanwalt im Bereich Real Estate, Corporate Law und M&A. Dabei hat er Transaktionen im Volumen von über zwei Milliarden Euro begleitet und zahlreiche hochkarätige Projektentwicklungen betreut. Vor der Linus-Gründung war Neuhoff mehrere Jahre für eine internationale Wirtschaftskanzlei tätig. Seine rechte Hand ist Chief Operating Officer Dominik Pederzani, der sich um Investor Relations und Business Development rund um die digitale Plattform kümmert. Er schloss seinen MBA mit Schwerpunkt auf Finanzen und Innovation an der Wharton School in den USA ab und besitzt zudem einen Masterabschluss in International Studies vom Lauder Institute an der University of Pennsylvania. Vor seinem Einstieg bei Linus arbeitete Pederzani mehrere Jahre bei einer renommierten Unternehmensberatung im Bereich Digitalisierung. Zum Senior-Team gehören überdies Lucas Boventer, der für die Akquise und Durchführung der Real Estate Investments verantwortlich ist, und Maximilian Könen, zuständig für die Akquise und Betreuung der institutionellen Partner und Co-Investoren. Komplettiert wird die Führungsmannschaft von Managing Director Lukas Endl,Managing Director Lee Abdul Sow, Chief Risk Officer Julia Kneist und Francí Soldado Osuna vom Key Account Management.

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