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Stromproduktion aus Kernenergie geht in Bayern weiter zurück

Erneuerbare Energien steigern erneut ihre Bedeutung für die bayerische Stromerzeugung

Freitag, 11 November 2016 22:07
Erneuerbare Energien steigern erneut ihre Bedeutung für die bayerische Stromerzeugung Erneuerbare Energien steigern erneut ihre Bedeutung für die bayerische Stromerzeugung Quelle: PIXABAY.COM

München - Die Bedeutung erneuerbarer Energien für die bayerische Stromerzeugung erreichte im letzten Jahr mit 39,6 Prozent einen neuen Rekord. Die gesamte Stromerzeugung im Freistaat erreichte 2015 einen Wert von 86.242 Gigawattstunden (GWh). Das waren 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilte.

Dieser Rückgang ist insbesondere auf die gesunkene Stromproduktion aus Kernenergie zurückzuführen. Hier wurden im letzten Jahr 36.689 GWh Strom erzeugt und damit 13,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Während die Kernenergie im bayerischen Stromerzeugungsmix 2014 noch einen Anteil von 48,0 Prozent erreichte, waren es im Jahr 2015 nur noch 42,5 Prozent.

Die Bedeutung von Steinkohle und Erdgas für die Energiegewinnung stieg hingegen. Die Stromerzeugung aus Steinkohle nahm binnen Jahresfrist leicht um 2,8 Prozent auf 4.292 GWh zu, was einem Anteil von 5,0 Prozent im bayerischen Strommix entspricht. Braunkohle kam im bayerischen Kraftwerkspark nicht zum Einsatz, obwohl deutschlandweit die Braunkohle der wichtigste Energieträger ist. Die Stromerzeugung aus Erdgas stieg im letzten Jahr um 17,4 Prozent von 7.844 GWh auf 9.211 GWh.

Einschließlich Kernenergie, Heizöl und sonstigen nicht erneuerbaren Energieformen vereinten die konventionellen Energieträger etwa 60 Prozent der Stromerzeugung auf sich.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien führte im Jahresvergleich zu einem Anstieg der Bruttostromerzeugung in diesem Bereich um 7,8 Prozent. Ursächlich hierfür war vor allem die Windkraft, die einen Zuwachs von 981 GWh verzeichnen konnte, gefolgt von der Photovoltaik (plus 644 GWh) und der Biomasse (plus 599 GWh). Wichtigste regenerative Energiequelle war erneut die in Bayern traditionell starke Wasserkraft (11.206 GWh); knapp dahinter lag die Photovoltaik (11.026 GWh).

Die Stromerzeugung aus „grünen“Energien erreichte mit 34.110 GWh einen Anteil von 39,6 Prozent an der bayerischen Gesamtstromerzeugung und damit einen neuen Höchstwert.

Der energiepolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Martin Stümpfig, sagte zu diesen Zahlen des Statistischen Landesamtes: „40 Prozent Erneuerbare bei der bayerischen Stromproduktion: Das sind die Früchte der Bürgerenergiewende seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Der Zuwachs von 7,8 Prozent bei sauberem Strom aus Wind, Sonne und Bioenergie war 2015 noch möglich, weil die Motivation der Bürgerinnen und Bürger hoch und die Rahmenbedingungen günstig waren.“ Im kommenden Jahr drohe aber ein Einbruch, weil das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz und die windkraftbezogene 10H-Regelung der CSU die Energiewende im Freistaat ausbremse.

Letzte Änderung am Samstag, 12 November 2016 03:14
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