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Schweizer auch beim Urlaub „konservativ“

Erhöhte Terrorgefahr hat Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Schweizer

Montag, 01 Mai 2017 21:52
Die Berge Eiger, Mönch und Jungfrau in den Schweizer Alpen Die Berge Eiger, Mönch und Jungfrau in den Schweizer Alpen

Bern – Laut einer aktuellen Studie des Instituts gfs.bern im Auftrag des Touring Clubs Schweiz (TCS) hat die erhöhte Terrorgefahr in Europa eklatante Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Schweizer. Neben interessanten Erkenntnissen zu den Trenddestinationen 2017 und dem typischen Reiseverhalten zeigt die Untersuchung auf, welche Befürchtungen bei den Schweizern im Zusammenhang mit dem Thema Reisen bestehen.

Mögliche Terroranschläge werden hierbei als derzeit größte Bedrohung wahrgenommen. Über 60 Prozent der von gfs.bern im Rahmen des „Reisebarometers“ Befragten gaben an, dass die Terrorgefährdung ein sehr wichtiges Kriterium bei den Reiseüberlegungen ist, gefolgt von Überlegungen zur Gastfreundschaft im Destinationsland (46%). Deutlich geringer ist die Sorge der Befragten hinsichtlich Naturgewalten (27%) oder Sprachproblemen (15%).

Die Terrorangst schlägt sich auch bei der Auswahl der Reiseziele nieder. So hat der Inlandstourismus bei den Schweizern deutlich an Attraktivität gewonnen. Bei der Beurteilung der Attraktivität von 14 typischen Destinationen anhand einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (top), zeigte sich, dass sich mit dem Tessin (7,2), Graubünden (6,9) und dem Wallis (6,7) gleich drei inländische Urlaubsziele unter den vier am besten bewerteten befinden. Am schlechtesten schnitten die Türkei (3,1), die Vereinigten Arabischen Emirate (3,4) und Ägypten (3,6) ab.

Auch die kulturelle Nähe ist den Schweizern bei der Auswahl ihres Reiseziels wichtig. Darum folgt als zweitattraktivste Reisedestination Italien - und auch die restlichen Nachbarländer Deutschland, Österreich und Frankreich werden überdurchschnittlich attraktiv bewertet. Interessant ist, dass die nahen und bekannten Ziele in und um die Schweiz für die Jüngsten kaum weniger attraktiv sind als für die über 66-Jährigen. Allerdings zeigt sich auch beim Reiseverhalten der sogenannte „Röstigraben“: Ferien im Ausland und am Meer werden in der romanischsprachigen Schweiz deutlich attraktiver bewertet als in der Deutschschweiz. Zudem zieht es die Tessiner überdurchschnittlich gerne in exotische Länder, wogegen die Deutschschweizer am liebsten das Inland und Europa bereisen. Die Studie zeigt auch: Die Romands sind generell reise- und entdeckungsfreudiger als die auch in dieser Hinsicht eher „konservativen“ deutschsprachigen Schweizer.

Nach der Studie kann man das Reiseverhalten der Schweizer in drei Typen gliedern: Die größte Gruppe bilden die „Bewahrer“ (42%). Sie machen gerne Urlaub in der Schweiz oder kehren immer wieder an ihnen bekannte Ferienorte zurück. Die zweite Gruppe sind die „Entdecker“ (36%). Sie mögen das Abenteuerliche und finden Reisen in entfernte Länder wie Australien oder Neuseeland besonders attraktiv. Die kleinste Gruppe bilden die „Nichtreisenden“ (22%). Ihre Devise lautet: Je näher, desto besser.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie können unter www.tcs.ch/reisebarometer heruntergeladen werden.

Letzte Änderung am Dienstag, 02 Mai 2017 15:24
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