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Neue Studie

DIW bremst Flüchtlings-Euphorie

Freitag, 25 September 2015 04:47
Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung Quelle: DIW

München - Es ist das Totschlagargument gegen Asyl-Kritiker: die Asylbewerber seien eine große Chance für unser Land. Da kämen vor allem Menschen, die unseren drohenden Fachkräftemangel abmildern könnten. Bereits die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat mit dieser gewagten These aufgeräumt und deutlich gemacht, dass die meisten über wenig oder gar keine Schulbildung verfügen und daher nicht in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden könnten.

Nun hat auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung (DIW) die Flüchtlings-Euphorie gedämpft. DIW-Migrationsforscher Karl Brenke sagte dazu wörtlich: „Vielen Perso­nen, denen gerade erst ein Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde, fällt es schwer, einen Job zu finden – insbeson­dere dann, wenn hinreichende Sprachkenntnisse fehlen und die Flüchtlinge sich erst noch an ihre neue Umge­bung gewöhnen müssen.“

Brenke sagte, dass viele Flüchtlinge unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Brenke dazu weiter: „Aus diesen Gründen wäre es unter anderem hilfreich, wenn Asylbewerbern, die eine hohe Anerkennungschance haben, schon während des laufen­den Asylverfahrens Sprachkurse angeboten würden. Mit dem Erlernen der deutschen Sprache dürften sich die Beschäftigungschancen deutlich verbessern und sich somit die Abhängigkeiten von Sozialleistungen ver­mindern.“

Brenke hält es auch für möglich, dass die Arbeitslosigkeit von anerkannten Flüchtlingen das Arbeitsmarktgeschehen stärker beeinflussen wird als bisher geschätzt. Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte bereits, dass die Arbeitslosenzahlen im Zuge der Asylkrise steigen werden.

Auch müsse zur Kenntnis genommen werden, „dass ein großer Teil der Einwohner mit der Nationalität derjenigen Gruppen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland Zuflucht gefunden haben, auf Sozialleistungen angewiesen ist.“ Von allen in Deutschland lebenden Syrern dürften demnach „deutlich mehr als die Hälfte“ Hartz-IV-Leistungen beziehen, unter den Afghanen und Irakern treffe das auf etwa die Hälfte zu.

Welche Konsequenzen die Asylkrise schon bald für Deutschland haben könnte, darauf macht das Münchener ifo-Institut aufmerksam. Da die meisten Flüchtlinge nicht ausreichend für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert sind,  landen viele im Sozialstaat. Und die logische Folge sei: „Es steht zu befürchten, dass viele von ihnen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro keine Beschäftigung finden, weil ihre Produktivität schlicht zu gering ist.“

Wenn die Asylkrise dazu führt, dass der Mindestlohn abgeschafft wird, haben diejenigen, die seit Jahren die Massenzuwanderung fördern, ihr Ziel erreicht. Der Druck auf die Löhne in Deutschland würde zunehmen.

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