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Kongress der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zur Münchner Sicherheitskonferenz

Diskussion der vbw über „Sicherheitspolitik 4.0“ in Zeiten von Terror und Cyber-Attacken

Freitag, 17 Februar 2017 21:05

München - Zum 12. Mal kamen auf Einladung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Experten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammen, um anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz sicherheitspolitische Probleme aus Sicht der heimischen Wirtschaft zu diskutieren. Die Veranstaltung in der ehemaligen Karmeliterkirche in München nahm die unübersichtliche Bedrohungslage durch Wirtschaftsspionage, Cyber-Angriffe, organisierte Kriminalität, Terrorismus und geopolitische Krisen in den Blick.

Vbw-Präsident Alfred Gaffal sagte schon im Vorfeld, dass Deutschland seine sicherheitstechnologische Souveränität verteidigen müsse. Dazu gehöre neben dem Erhalt der klassischen Verteidigungsindustrie auch der Ausbau aller sicherheitsrelevanten Systeme von der Biotechnologie über die Robotik bis hin zu sicheren IT-Systemen und innovativen Navigations- und Geodatensystemen. 

Offenbar als Kontrapunkt zum freihandelskritischen US-Präsidenten Donald Trump betonte Gaffal, dass dieses Ziel nicht durch Marktabschottung zu erreichen sei: „Gerade der freie Welthandel und die internationale Vernetzung helfen uns, die besten Sicherheitssysteme zu entwickeln. Umso mehr gilt es daher, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen durch innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und eine weitsichtige Exportpolitik ohne Handelshemmnisse zu fördern.“ 

Aus Sicht der Wirtschaft sei eine strategische Ausrichtung nötig, wenn Deutschland auch zukünftig über eine starke Sicherheits- und Verteidigungsindustrie verfügen wolle. Die Antwort auf eine aus den Fugen geratene Welt könne nur eine „Sicherheitspolitik 4.0“ sein. 

Der vbw-Präsident warnte eindringlich vor Cyber-Angriffen auf die IT-Infrastruktur von politischen Institutionen und Unternehmen: „Gerade der innovative bayerische und deutsche Mittelstand mit seinen zahlreichen Weltmarktführern und ‚Hidden Champions‘ muss damit rechnen, das Ziel von digitaler Industriespionage zu werden. Ausspäh- und Sabotageangriffe finden mittlerweile grenzüberschreitend und rund um die Uhr statt.“ 

Die jährlichen Schäden lägen laut einer Studie aus dem Jahr 2016 allein für die deutsche Industrie bei über 22 Milliarden Euro, so Gaffal, dessen Interessenvereinigung 127 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie 41 Einzelunternehmen in Bayern vertritt.

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