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Bundessozialministerium stellt immer ungleichere Vermögensverteilung fest

Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 52 Prozent des Nettovermögens

Dienstag, 26 Januar 2016 09:54
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Berlin - Wie die „Passauer Neue Presse“ unter Berufung auf das Bundessozialministerium berichtet, wächst die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter. Das ist ein vorab bekannt gewordenes Ergebnis des neuen Armuts- und Reichtumsberichts, den Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) im Laufe des Jahres vorstellen wird.

Laut der alle fünf Jahre erhobenen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) verfügten im Jahr 2013 zehn Prozent der Haushalte über 51,9 Prozent des Nettovermögens. 1998 befanden sich noch 45,1 Prozent des Nettovermögens in den Händen der reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 2013 verfügten die unteren 50 Prozent der Haushalte lediglich über ein Prozent des Nettovermögens, fünfzehn Jahre vorher waren es noch 2,9 Prozent.

Zum Nettovermögen eines Haushalts werden Geld- und Immobilienvermögen, Betriebsvermögen und Wertgegenstände wie Schmuck und Gemälde gezählt, von denen die Schulden und Verbindlichkeiten abgezogen werden.

Die Zahlen des Bundessozialministeriums für 2013 belegen erneut die immer ungleichere Verteilung der Vermögen in Deutschland.

Vor Kurzem ergab eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam, dass die 62 reichsten Personen der Welt so viel Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst nach Einschätzung der Hilfsorganisation schneller als erwartet. Oxfam gibt als Grund dieser Vermögensspreizung die ungenügende Besteuerung von Kapitalgewinnen und Großvermögen sowie die Kapitalverschiebung in Steueroasen an.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Reiner Hoffmann machte die Steuerpolitik der Bundesregierung dafür verantwortlich, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet. Kapitaleinkommen würden zu gering, Arbeitseinkommen aber zu hoch besteuert, so Hoffmann.

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