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Erfahrung und Expertise bei Rundum-Beratung

DG-Gruppe AG: Was ändert sich nach dem Führungswechsel von Josef Bader zu Roderich Münker?

Dienstag, 17 September 2019 22:59
Josef Bader scheidet als Vorstandschef aus der DG-Gruppe AG aus Josef Bader scheidet als Vorstandschef aus der DG-Gruppe AG aus Quelle: BAYERN DEPESCHE

Wemding – Im August informierte die DG-Gruppe AG, die mit langjähriger Erfahrung und Expertise eine Rundum-Beratung zu allen Formen der „betrieblichen Altersversorgung“ (bAV) anbietet, über einen Wechsel an der Unternehmensspitze. Demnach wird der Betriebsrenten-Profi Josef Bader seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 beenden und den Stab an Roderich Münker weitergeben. „Der Aufsichtsrat freut sich, mit Herrn Münker einen erfahrenen bAV-Experten mit tiefgreifenden Kenntnissen zur Entgeltoptimierung gewonnen zu haben, der das Managementteam der DG-Gruppe nachhaltig verstärken wird“, hieß es seitens des bAV-Dienstleisters. Man danke Josef Bader für die geleistete Arbeit zum Wohle der DG-Gruppe und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg. Bis zum Stabwechsel Anfang Oktober ist Prokurist Michael Fischer der Ansprechpartner der Firmengruppe, deren Tochterunternehmen allesamt Beratungsleistungen in der betrieblichen Altersabsicherung anbieten. Zur DG-Gruppe AG gehört die Deutsche Gesellschaft für Entgeltoptimierung mbH (DGEO), die Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG (DGbAV), die DG-Gruppe Beratung und Betreuung GmbH, die Deutsche Gesellschaft für Vermögensentwicklung mbH (DGVE) sowie die DG-Akademie GmbH.

Die DG-Gruppe berät in erster Linie Arbeitgeber, obwohl die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung vor allem den Beschäftigten zugutekommen. Im Dezember 2018 erläuterte der bisherige Vorstandschef die Vorteile der Entgeltoptimierung, die Arbeitnehmern ohne finanziellen Eigenaufwand lukrative Investitionen in die betriebliche Altersvorsorge ermöglicht. Steuerliche Vergünstigungen sorgen für eine Win-win-Situation bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Josef Bader äußerte sich sehr zufrieden über die Resonanz auf sein Modell der Lohnoptimierung: „Wenn die Arbeitgeber erst einmal über dieses Modell und seine Umsetzung informiert sind, wird das sehr positiv aufgenommen. Schließlich bietet dies sowohl für die Firmenleitung wie auch die Arbeitgeber nur Vorteile. Allerdings ist die Möglichkeit einer Vergütungsoptimierung bisher in nur etwa einem Prozent aller Betriebe angekommen. Hier haben wir also noch einen gigantischen Markt vor uns.“ Der Experte legte in dem Interview mit einem Online-Medium dar, dass die Beratungstätigkeit von der Firmenzentrale im bayerischen Wemding koordiniert wird und sogenannte Operationsgeschäftsstellen in Hamburg, Dortmund, Düsseldorf, Augsburg, München, Nürnberg, Saarbrücken, Ravensburg, Dresden, Leipzig, Schwerin, Rostock und bei Berlin bestehen.

Vom Interviewer auf die relative Repräsentationsschwäche der Unternehmensgruppe in Ostdeutschland angesprochen, sagte Bader: „Wir haben im Osten nach wie vor ein anderes Gehaltsgefüge. Gerade hier treffen wir häufig auf den Niedriglohnsektor. Im Osten findet man häufiger Unternehmen vor, die lediglich den Mindestlohn oder den Tariflohn zahlen – und diese Löhne kann man nicht mit der Entgeltoptimierung aufwerten. Hier stößt die Entgeltoptimierung an die Grenzen des Machbaren.“ Die Aufwertung des Tariflohns über Entgeltbausteine sei genauso wenig möglich wie die des gesetzlichen Mindestlohns. „In der Regel gibt es im Tariflohn keinerlei Öffnungsklausel über eine betriebliche Altersvorsorge hinaus.“ Hier gebe es erheblichen Änderungsbedarf. Warum? „Weil der Tariflohn gesetzlich nicht unterschritten werden darf, was bei Einführung des Modells der Entgeltoptimierung der Fall wäre. Dies würde zwar für den Arbeitnehmer keinen Nachteil bedeuten, sondern steuerrechtlich einen Vorteil, aber sozialversicherungsrechtlich würde uns das irgendwann auf die Füße fallen“, warnte der bAV-Fachmann. Der Sozialversicherungsprüfer sage dann: „Der Mindestlohn ist das SV-Brutto – und das darf nicht unterschritten werden.“ Die Rechtslage sei hier zum Nachteil der Arbeitnehmer und Arbeitgeber sehr eindeutig.

Bader unterstrich in dem Gespräch mehrfach, dass Vergütungsoptimierung letztlich keine finanzielle Minderung, sondern eine lohnende Draufgabe sei. „Der Arbeitnehmer hat bei unserem bAV-Modell am Ende mehr netto zur Verfügung. Aber die Sozialversicherungsträger sagen: Uns ist Geld weggenommen worden. Wenn man einen Mindestlohn von beispielsweise 1.950 Euro brutto im Monat hat, dann werden darauf die SV-Beiträge berechnet. Wenn man dann diesen Mindestlohn um 200 Euro unterschreitet, bleiben für den SV-Träger als Bemessung nur noch 1.750 Euro.“ Dagegen würden sich die Sozialversicherungsträger eben wehren.

Wie geht es nach dem Rückzug Baders vom Vorstandsvorsitz der DG-Gruppe AG weiter? Viel spricht dafür, dass unter seinem Nachfolger Roderich Münker Kontinuität bei gleichzeitiger Schärfung des Beratungsprofils großgeschrieben wird. Das heißt, dass man Unternehmen noch umfassender über die fünf bAV-Durchführungswege Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und Pensionszusage beziehungsweise Direktzusage informieren wird. Die DG-Gruppe formuliert den eigenen Anspruch so: „Bei der Implementierung unternehmensgerechter Vorsorge- und Finanzlösungen führen unsere Unabhängigkeit und unsere Erfahrung auch Ihr Projekt zum Erfolg. Die gesetzlichen Regelungen des Arbeits- und Steuerrechts bilden dabei die Grundlage unserer Arbeit.“ Diese selbstbewusste Aussage könnte ganz sicher auch vom neuen Vorstandschef Münker stammen.

Dem Vernehmen nach bleibt Josef Bader aber Geschäftsführer der DG-Gruppe Beratung und Betreuung GmbH. Diese betont, dass sie als Versicherungsvertreterin für unterschiedliche Versicherungsunternehmen mit Erlaubnispflicht nach § 34d Abs.1 GewO in Form einer Mehrfachagentur arbeitet und für keinen Versicherer ausschließlich tätig ist. Damit soll die Produktunabhängigkeit des Beratungsangebotes unterstrichen werden. Außerdem wird Wert auf die Feststellung gelegt, dass man an keinen Stimmrechten oder dem Kapital eines Versicherungsunternehmens oder dessen Muttergesellschaft mit mehr als 10 Prozent beteiligt ist. Die Versicherungsunternehmen sind wiederum auch nicht an der DG-Gruppe Beratung und Betreuung GmbH mit mehr als 10 Prozent beteiligt.

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