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München - Die aktuelle Corona-Pandemie behindert derzeit auch die Vorbereitungen der AfD-Bayern zur kommenden Bundestagswahl. „Wir haben schon einige Aufstellungsversammlungen erfolgreich hinter uns gebracht, dann war es jedoch kaum mehr möglich, Versammlungen abzuhalten“, äußert sich Andreas Winhart gegenüber BAYERN DEPESCHE. Wie man sowohl von ihm, als auch von Uli Henkel MdL erfährt, haben wohl insgesamt die derzeit im Bundestag vertretenen Abgeordneten die besten Chancen, auch wieder auf vordere Listenplätze zu gelangen und abermals in den Deutschen Bundestag einzuziehen. „Die Zeit des Glücksrittertums in der Partei ist vorbei“, lässt Winhart verlautbaren, man kenne inzwischen die potentiellen Bewerber wesentlich besser als in der Anfangsphase der AfD, was dem Auswahlprozess insgesamt nur zu Gute kommen könne.

München - Als die AfD bei der Bundestagswahl 2017 mit 12,6 Prozent an Wählerzustimmung in Bayern überraschend stark abschnitt, glaubten viele politische Beobachter, die Alternative für Deutschland habe im Freistaat eine politische Hochburg gefunden. Bei der AfD hoffte man auf ähnlich günstige Voraussetzungen wie sie die junge Partei beispielsweise in Sachsen oder Thüringen hat.

München - Zu Zahlen hatte die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Katrin Ebner-Steiner als gelernte Bilanzbuchhalterin schon immer ein besonders gutes Verhältnis. In den Reihen der AfD sagt man ihr sogar eine Vorliebe für besonders große Zahlen nach, besonders dann, wenn es um die Bereitstellung von Mitteln für die Finanzierung ihres mittlerweile medienbekannten prunkvollen „Hofstaats“ um ihre Person in der bayerischen Landtagsfraktion geht. Auch in ihrer weithin bekannten Rolle als „Maid Marian“, in der sie im Rahmen der Veitshöchheimer Fastnacht regelrecht aufgegangen war, fühlte sie sich noch eindeutig der aristokratischen Schicht zugehörig.

München - In den letzten Monaten geriet der Fraktionsvorstand der AfD im Bayerischen Landtag durch eine freisinnige Mehrheitsfraktionsgruppe angeführt von Franz Bergmüller MdL und Uli Singer MdL heftig unter Druck. Insbesondere die charismatische Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner (Jahrgang 1978) galt als schwer angezählt, bilden doch Bergmüller und Co. inzwischen eine numerische Mehrheit gegen den eigenen Fraktionsvorstand.

München - Der AfD wird weiterhin das Amt eines Vizepräsidenten im Bayerischen Landtag vorenthalten. In der Plenarsitzung vom Mittwocherhielt Uli Henkel MdL lediglich 10 Stimmen, 53 Abgeordnete stimmten bei einer Stimmenthaltung mit „Nein“. Damit erreichte Henkel im stark verkleinerten Plenum, in dem wegen der Corona-Pandemie nur 1/5 der Abgeordneten vertreten war, nicht die erforderliche einfache Mehrheit. Von den Angehörigen aller anderen 5 Parteien erhielt er vor dem Hintergrund dieses Ergebnisses keine einzige Stimme.

München - Die Herbstklausur der AfD-Landtagsfraktion wurde nach eineinhalb Tagen der Auseinandersetzung und des Streites über die Tagesordnung ergebnislos abgebrochen, bevor man überhaupt zu einer Sacharbeit oder einer Diskussion über Inhalte übergehen konnte. Die Begegnung der Abgeordneten mündete schon nach kurzer Zeit in lautstarke Beleidigungen und gegenseitige Beschuldigungen.

München - Katrin Ebner-Steiner (Jahrgang 1978) ist neben Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) derzeit sicher das bekannteste Gesicht Niederbayerns im Bayerischen Landtag. Die charmante, attraktive, aber nicht unumstrittene Politikerin der AfD wurde immer dem rechten Flügel um den thüringischen Zampano Björn Höcke zugerechnet. Diese gefühlte Nähe zu Rechtsaußen verhalf Ebner-Steiner manchmal zu Mehrheiten. Oft war es aber auch ein Nachteil als nicht gemäßigt zu gelten. Und tatsächlich war wohl der frühere bayerische Landesvorsitzende Petr Bystron, MdB der sicherste Freund der markanten Landespolitikerin.

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