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München - Das Coronavirus tut in diesen Tagen dasjenige, was Viren nun mal gerne so tun um zu überleben: Es mutiert. Schreckensmeldungen werden von Variationen aus England und Südafrika verbreitet, mindestens eine Variante entstand bekanntermaßen in der nicht artgerechten Massentierhaltung von Nerzen in Dänemark und übertrug sich auch auf Menschen. Die britische Variante ist in Zeiten von trotz Corona noch hoher Mobilität wenig überraschend auch schon in anderen Ländern angekommen und verbreitet, man hört von Belgien und Italien. Wahrscheinlich ist ferner, dass die Mutante auch Deutschland bereits erreicht hat. Die Ansteckungsfähigkeit der englischen Version soll angeblich 71% höher als diejenige der kontinentalen Variante sein, was zu weiterer Besorgnis bei den für die Pandemiebekämpfung Verantwortlichen führt. Auch die Veränderung im Sinne einer höheren Infektiosität darf jedoch eigentlich nicht erstaunen, da es der Entwicklungsweg einer Vielzahl von Viren ist. Nur so kann das Virus im Rahmen der Evolution auch erfolgreich sein.

Berlin – Verschwörungstheorien haben insbesondere in Krisenzeiten Hochkonjunktur, weshalb die derzeitige Corona-Pandemie reichlich Stoff für krude Auffassungen bietet. Zeitloser ist da schon die Debatte, wie souverän die Bundesrepublik Deutschland wirklich ist. In manchen Kreisen ist man überzeugt, dass sie auch Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch kein souveräner Staat ist. Manche – sie werden meist „Reichsbürger“ genannt – gehen noch weiter und sprechen ihr sogar die Staatseigenschaft ab. Nach der klassischen Völkerrechtslehre besteht ein Staat aus einem gewachsenen Staatsvolk, einem gesicherten Staatsgebiet und einer handlungsfähigen Staatsgewalt. Nach dieser berühmten „Drei-Elemente-Lehre“ kann nur dann von einem klassischen Staat gesprochen werden, wenn diese drei Elemente vorhanden sind. Wie souverän die Bundesrepublik ist, ist auch Diskussionsgegenstand in seriösen Fachkreisen. Verschwörungstheoretisch wird es dann, wenn behauptet wird, die Bundesrepublik sei gar kein Staat, sondern eine Firma, eine Art „Deutschland GmbH“. In Artikel 20, Absatz 1 des Grundgesetzes heißt es aber klipp und klar: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Der Staatsrechtler Arno Scherzberg von der Universität Erfurt betont, dass sie ein Staat und kein Unternehmen ist: „Die Bundesrepublik ist mitgliedschaftlich verfasst und daher organisationsrechtlich eine sogenannte Körperschaft des öffentlichen Rechts.“