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Augsburg - Dem früheren bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster droht nach immer neuen Vorwürfen im Sex- und Kinderporno-Skandal eine mehrjährige Haftstrafe. Der 51-Jährige war bis zu seinem Mandatsverzicht und Parteiaustritt jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses und Vorsitzender des SPD-Bezirks Schwaben.

München - Die Personaldecke der wenig erfolgsverwöhnten Bayern-SPD war schon immer dünn. In jüngster Zeit nahm die Zahl der politischen Hoffnungsträger in der bayerischen Sozialdemokratie aber noch weiter ab: Im Dezember 2016 legte der Augsburger Abgeordnete Linus Förster sein Landtagsmandat nieder und trat aus der Partei aus, nachdem er wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet worden war. Zwei Tage nach Weihnachten verstarb der Memminger Oberbürgermeister Markus Kennerknecht im Alter von nur 46 Jahren überraschend an Herzversagen. Mitte Januar dieses Jahres wurde außerdem der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold hat Wolbergs, der immer noch in Untersuchungshaft sitzt, mittlerweile den Parteiaustritt nahegelegt.

Augsburg - Am Donnerstagabend hat die Polizei den bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet. Eine Ermittlungsrichterin hatte zuvor einen Haftbefehl erlassen. Das Augsburger Amtsgericht soll am Freitag darüber entscheiden, ob der Sozialdemokrat in Untersuchungshaft kommt.

Augsburg/München - Mitte November erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen den bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster wegen vorsätzlicher Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen von einer Frau ermittelt. Bei einer Durchsuchung der Wohn- und Büroräume des Politikers in Augsburg und München wurden Computerdaten sichergestellt, die noch ausgewertet werden.

München - Der jugendpolitische Sprecher der bayerischen Landtags-SPD, Linus Förster, hat eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Wahlen, Volksbegehren, Volksentscheiden und Volksbefragungen gefordert. In der Plenarsitzung des Landtages am 2. Februar wollte die SPD einen entsprechenden Antrag einbringen. Förster begründete die Initiative so: „Gerade junge Menschen müssen die Chance erhalten, die Politik mitzugestalten. Ein früheres Wahlrecht ist ein klares Signal an die junge Generation, dass sie von zentralen politischen Entscheidungen nicht ausgeschlossen ist – das beugt Politikverdrossenheit vor.“