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Augsburg - Am Montag fand vor dem Augsburger Landgericht der erste Prozesstag gegen einen Kinderarzt statt, der unumwunden den sexuellen Missbrauch von 21 Jungen zugegeben hat. Der 40-Jährige erklärte vor Gericht, durch Gespräche in der Untersuchungshaft zu der Überzeugung gelangt zu sein, die ihm vorgeworfenen Straftaten einräumen zu müssen: „Ich stehe dazu, dass ich den Opfern und ihren Angehörigen durch meine Taten schlimmen Schaden und großes Leid zugefügt habe.“ Sein Geständnis solle allen Beteiligten „die Möglichkeit geben, die Taten zu verarbeiten“. Dieses Schuldeingeständnis dürften ihm eher seine beiden Anwälte nahegelegt haben, nachdem die Staatsanwältin zuvor zwei Stunden lang die Anklageschrift verlesen und erdrückendes Beweismaterial zum 21-fachen Kindesmissbrauch vorgelegt hatte. Der Mann, der schon als Kinderarzt im Augsburger Klinikum, im Klinikum der TU München und zuletzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet hat, lockte die fünf bis elf Jahre alten Jungen meist in Tiefgaragen und Keller und verging sich dann brutal an ihnen.