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München - Am Mittwoch gab‘s den lang erwarteten Showdown in der AfD-Landtagsfraktion. Katrin Ebner-Steiner hat diese Runde überstanden - knapp. Mit 12 : 8 stimmten die Landtagsabgeordneten der AfD zwar gegen die Niederbayerin, aber es hätte 14 Stimmen gebraucht, um einen gewählten Fraktionsvorstand aus dem Amt zu heben.

München - Katrin Ebner-Steiner (Jahrgang 1978) ist neben Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) derzeit sicher das bekannteste Gesicht Niederbayerns im Bayerischen Landtag. Die charmante, attraktive, aber nicht unumstrittene Politikerin der AfD wurde immer dem rechten Flügel um den thüringischen Zampano Björn Höcke zugerechnet. Diese gefühlte Nähe zu Rechtsaußen verhalf Ebner-Steiner manchmal zu Mehrheiten. Oft war es aber auch ein Nachteil als nicht gemäßigt zu gelten. Und tatsächlich war wohl der frühere bayerische Landesvorsitzende Petr Bystron, MdB der sicherste Freund der markanten Landespolitikerin.

Ruhpolding - Als die AfD im Herbst 2018 erstmals in den Bayerischen Landtag einzog, wurde der chiemgauer Bio-Bauer im Tandem mit der Niederbayerin Katrin Ebner-Steiner deren erster Fraktionsvorsitzender. Doch das Tandem harmonierte von Anfang an nicht. Markus Plenk verfolgte einen bürgerlichen Kurs für die AfD, irgendwo zwischen traditioneller CSU und progressiver FDP. Katrin Ebner-Steiner wollte dagegen beinharte Opposition und trimmte die Landtagsfraktion mehrheitlich auf strammen Rechtskurs. Es war zwar immer knapp innerhalb der Fraktion. Aber nachdem bereits der Landtagsabgeordnete Raimund Swoboda die Fraktion verliess, verlor irgendwann auch Markus Plenk das Zutrauen in den politischen Kompass von Ebner-Steiner. Er gab den Fraktionsvorsitz auf, den Katrin Ebner-Steiner seitdem alleine inne hat. Plenk nahm in den hinteren Reihen des Landtages als Parteiloser Platz und hofft seitdem auf eine neue Chance.

Nürnberg - Um den Bundestagsabgeordneten Martin Sichert (Jahrgang 1980) ist es ruhiger geworden. Über zwei Jahre war der Franke von 2017 bis 2019 Landesvorsitzender der AfD Bayern bis sich im vergangenen Herbst die beiden Spitzenfrauen der AfD Bayern, die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga und die Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Katrin Ebner-Steiner auf dem Landesparteitag einen überraschenden Kampf boten. Beide Frauen mobilisierten kurzfristig auf dem Parteitag einen Führungsanspruch für sich. Corinna Miazga setzte sich in einer Stichwahl gegen Ebner-Steiner durch. Martin Sichert war auf einmal nur noch Randfigur.

Deggendorf - Kurz vor der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober 2018 verbessern sich die Umfragewerte für die AfD beständig. Den Einzug in den Bayerischen Landtag wird man der jungen Partei nicht mehr nehmen können. Damit ist auch Bayern - und womöglich dauerhaft - für eine Partei rechts der CSU erschlossen, was CSU-Godfather Franz Josef Strauß immer verhindern wollte.

Deggendorf - Der Heimat- und Volkstrachtenverein „Berglerbuam“ Sandweg e.V. ist deutschlandweit in die Schlagzeilen geraten, weil er einer niederbayerischen AfD-Politikerin die einfache Mitgliedschaft verweigert hat. Der Vereinsvorsitzende Franz Brunner erklärte: „Es wurde ein Antrag auf Mitgliedschaft gestellt, und der Vorstand hat einstimmig abgelehnt. Das ist laut Satzung unser gutes Recht.“

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