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Wien - Nachdem auf Druck Österreichs die sogenannte Balkanroute für illegale Zuwanderer geschlossen wurde, befürchtet die Regierung in Wien alternative Fluchtwege über Italien und den Brenner. Sie hat deshalb Maßnahmen für einen strikten Grenzschutz unter Einbeziehung des österreichischen Bundesheeres am Alpen-Übergang angeordnet.

Wien - Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verzweifelt auf zuwanderungsbegrenzende Vereinbarungen mit der Türkei hofft und sich damit politisch erpressbar macht, hat die österreichische Regierung im Zusammenwirken mit den bisherigen Transitländern die Balkan-Route einfach geschlossen. Damit konnte sie schon jetzt die illegale Masseneinwanderung spürbar drosseln und weltweit das Signal aussenden, dass die Politik des Durchwinkens Hunderttausender Asylsuchender nach Mitteleuropa beendet ist.

Berlin/Wildbad Kreuth - Während Österreich seine Grenzen zukünftig streng kontrollieren und eine Asyl-Obergrenze einführen will, hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch nach einer kontroversen Debatte mit der CSU-Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth an ihrer Politik offener Grenzen für jedermann fest.

München - Seit Wochen kommen in Bayern wegen der Grenzlage zu Österreich und Tschechien besonders viele illegale Einwanderer an. Obwohl sie nach den sogenannten Dublin-Regelungen ihre Asylanträge in den EU-Staaten stellen müssten, die sie zuerst erreichen, durchqueren täglich Zehntausende mehrere sichere Drittstaaten und werden trotz der Einreisekontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze einfach nach Deutschland durchgewinkt. Jetzt wurden erstmals konkrete Zahlen zum Asylantenansturm auf Bayern bekannt: Laut dem Innenministerium erreichten zwischen dem 1. September und dem 3. Oktober dieses Jahres 225.000 Asylsuchende Bayern. Damit hat der Freistaat in vier Wochen mehr Asylanten aufgenommen, als im ganzen letzten Jahr in Deutschland Asyl beantragten – das waren 2014 173.000 Personen.