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München - Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts hat sich das Geschäftsklima in Deutschland aufgrund weltwirtschaftlicher Krisen massiv eingetrübt. So fiel das Ifo-Geschäftsklima als vielbeachteter Frühindikator der wirtschaftlichen Entwicklung im Januar im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Punkte auf 107,3 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2015. Das Münchner Forschungsinstitut befragte für seine Untersuchung 7.000 Manager. Bankvolkswirte hatten nur mit einer Eintrübung auf 108,4 Punkte gerechnet. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn brachte das Umfrageergebnis auf diese Kurzformel: „Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr.“

Nürnberg - Die Zahl der Erwerbslosen im Freistaat Bayern ist im November um 1.460 auf etwa 233.700 gestiegen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb trotzdem unverändert bei 3,3 Prozent, während die Zahl der Beschäftigten einen neuen Höchststand erreichte. Im September lag die Beschäftigtenzahl in Bayern bei 5,285 Millionen; das waren 138.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als im letzten Jahr. Auch die Zahl offener Stellen nahm leicht zu, insbesondere im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in bestimmten Dienstleistungsbranchen. Im Bau- und Gastgewerbe ging die Zahl saisonbedingt zurück. Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion, sagte dazu: „Diese Rückgänge sind für einen November üblich und weisen auf die langsam einsetzende, jährliche Winterarbeitslosigkeit hin.“

München/Berlin - Es war nur eine Frage der Zeit, bis arbeitgebernahe Unionspolitiker Mindestlohn-Ausnahmen für „Flüchtlinge“ fordern würden. Seit Januar gilt bundesweit ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro brutto pro Stunde. Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Mitglied des CDU-Präsidiums, hat nun einen Vorstoß unternommen, um das Mindestlohngesetz auszuhöhlen und de facto Asylanten als Lohndrücker gegen deutsche Beschäftigte in Stellung zu bringen. Damit Asylbewerber noch schneller in Arbeit kommen, müsse alles auf den Prüfstand, darunter auch die Mindestlohn-Regelung, sagte Spahn. Dabei dürfen Asylanten bereits nach dreimonatigem Aufenthalt in Deutschland eine Arbeitsstelle annehmen. CDU-Spitzenpolitiker Spahn reicht das aber nicht aus, und er verlangt mit Blick auf Zeitarbeits- und Werkverträge weitere Flexibilisierungen. Laut Spahn wird es durch Hunderttausende Asylanten, „die mit geringer Qualifikation neu auf den Arbeitsmarkt streben“, Druck „gerade im Dienstleistungssektor“ geben.