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Düsseldorf - Nach der Entscheidung zwischen Markus Söder und Armin Laschet im Rennen um die Kanzlerkandidatur holt Armin Laschet nun seinen unterlegenen ehemaligen Kontrahenten um das Amt des Parteivorsitzenden, Friedrich Merz, in sein Wahlkampfteam. Dieser soll nun im laufenden Bundestagswahlkampf eine entscheidende Rolle spielen.

Arnsberg - Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz ist zum Direktkandidaten im Wahlkreis Hochsauerland aufgestellt worden. Im Rahmen einer bereits erwarteten Kampfabstimmung setzte sich Merz mit 327 zu 126 Stimmen gegen seinen Konkurrenten Patrick Sensburg durch. Die Aufstellungsversammlung hatte in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg unter freiem Himmel stattgefunden.

München - Nachdem er vor einigen Tagen noch erklärte, dass er nur Kanzlerkandidat der Union werden möchte, wenn er auch die Unterstützung der CDU bekomme, möchte Markus Söder nun trotzdem Bundeskanzler werden, nachdem sich zumindest das CDU-Präsidium für Armin Laschet ausgesprochen hat. Von seinen vorangegangenen Aussagen lässt sich Söder jedoch nicht beirren und verlangt nun die Einbeziehung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der Landesverbände. Auch die Wählermeinung müsse in die Entscheidung einbezogen werden, meint man in seinem Lager. Die Umfragen jedoch sprächen eindeutig für eine Nominierung Markus Söders.

Hamm/München - Friedrich Merz, der wie von BAYERN DEPESCHE berichtet, einen Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag anstrebt und beinahe selbst als Kanzlerkandidat der Union in den Ring hätte steigen können, erteilt der Schwesterpartei CSU und Ministerpräsident Markus Söder in einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger klare Ratschläge. Heftige Kritik übt er zudem an der Corona-Politik von Kanzlerin Angela Merkel.

Arnsberg - Friedrich Merz informierte inzwischen die Mitglieder der Kreisvorstände und die Vorsitzenden der Ortsverbände in einem Brief über seinen Plan, sich für ein Mandat im Deutschen Bundestag zu bewerben. Er ist bereits durch die Verbände in Arnsberg und Sundern nominiert worden und möchte die Region Hochsauerlandkreis vertreten, die er als seine politische und persönliche Heimat betrachtet.

München – Die Junge Union (JU) spricht sich seit Langem für den konservativsten Kandidaten im Bewerberfeld um den CDU-Parteivorsitz aus. Das bekräftigte die Jugendorganisation von CDU und CSU unlängst in einer Mitgliederbefragung, bei der sich eine große Mehrheit für Friedrich Merz als neuen CDU-Parteichef aussprach. Bei dem zweiwöchigen Mitgliedervotum kam Merz auf 51,95 Prozent der Stimmen, der Außenpolitiker Norbert Röttgen erhielt 28,1 Prozent, und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet erzielte 19,95 Prozent der Stimmen. JU-Chef Tilman Kuban, der am zurückliegenden Wochenende bei einem Online-Parteitag der Unionsjugend in seinem Amt bestätigt wurde, sagte bei der Präsentation des Abstimmungsergebnisses: „Friedrich Merz ist der Kandidat der Jungen Union und deshalb auch mein Kandidat.“ Das Ergebnis zeige, „dass sich die junge Generation wieder mehr Unterscheidbarkeit wünscht“. In den langen Jahren der Großen Koalition seien „vielleicht so manche Unterschiede etwas unscharf geworden“. Der 33-jährige Jurist interpretierte das Votum der JU-Mitglieder dahingehend, dass sich viele eine lebhaftere politische Debatte wünschen, die „nicht den Rändern überlassen“ werden dürfe. „Das traut die Junge Union offenbar Friedrich Merz zu.“ Kuban sieht das Ergebnis der Mitgliederbefragung als Abstimmungsempfehlung für die etwa 100 JU-Delegierten beim CDU-Wahlparteitag, der im kommenden Jahr über die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden soll.

Rödermark - Wolfgang Steiger (Jahrgang 1964) ist der starke Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU. Wenn irgendwo von einer Renaissance der guten alten CDU geträumt wird, dann zählt Steiger sicher zum innersten Kreis. Der Hesse war anfänglich selbst Bundestagsabgeordneter, überließ dann aber seiner engen Freundin Patricia Lips die relativ trockene Arbeit im Parlament und wurde oberster Lobbyist einer Union im Geiste Ludwig Erhards.

Berlin - Auch die Energiepolitik ist eines der Themengebiete, auf denen CDU und CSU in den letzten Jahren erheblich an Profil verloren haben. Nach dem eiligen – manche sagen übereilten – Atomausstieg par ordre du mufti nach dem Fukushima-Unglück weiß eigentlich niemand so genau, wofür die Union aktuell auf diesem Politikfeld steht. Windkraft, Kohle, Elektromobilität, alternative Kraftstoffe – überall bleibt die Partei eher schwammig positioniert.

Berlin - Ursula von der Leyen (CDU) wird als künftige EU-Kommissionspräsidentin gehandelt. Die WerteUnion, konservative Plattform innerhalb von CDU und CSU, sieht in einem solchen Verhandlungsergebnis ein Indiz für das erneute Versagen der Außenpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn durch das Befördern einer Vertrauten, aber erfolglosen Ministerin, wird für den Spitzenkandidaten der CDU/CSU, Manfred Weber (CSU), der Weg verbaut.

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