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München - Die bayerische Landesgruppe der FDP-Bundestagsfraktion hat sich heute zu ihrer Klausurtagung in München getroffen. Kernthemen waren konkrete Forderungen zur Energiepolitik sowie aktuelle Entwicklungen in Bayern. Heftig wurde dabei die Vorgabe von Markus Söder (CSU) kritisiert, die Entscheidung über den Bau der dritten Start- und Landebahn für den Münchner Flughafen weiter aufzuschieben. Dazu Landesgruppenchef Karsten Klein: „Der Ausbau des Münchner Flughafen ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Bayern. Stillstand am Münchner Flughafen bedeutet einen enormen Rückschritt für die Metropolregion München und den Wirtschaftsstandort Bayern. Menschen und Unternehmen brauchen den Ausbau, wofür wir uns von Bundesseite aus stark machen werden. Bei unserer parlamentarischen Arbeit in Berlin setzen wir uns intensiv für bayerische Interessen ein und dazu gehört auch, dass der Ausbau des Münchner Flughafens keinem Wahlkampfmanöver von Herrn Söder zum Opfer fällt.“

München - Die bayerischen Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen meldeten im ersten Quartal 2017 insgesamt 10,34 Millionen Passagiere im gewerblichen Luftverkehr (einschließlich des Durchgangsverkehrs). Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von 6,8 Prozent. Das Fracht- und Postaufkommen stieg um 2,8 Prozent auf 94.524 Tonnen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, starteten und landeten auf den bayerischen Hauptverkehrsflughäfen mehr als 102.000 Flugzeuge (plus 6,3 Prozent).

München - Während die CSU immer noch über das Für und Wider einer dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen diskutiert und sich die Landtagsfraktionen von SPD, Grünen und Freien Wählern klar gegen einen Ausbau positioniert haben, fordert die bayerische FDP zusammen mit Wirtschaftsvertretern genau diesen.

München - Unbeschadet der Dauerdiskussion um eine dritte Start- und Landebahn erzielte der Flughafen München im letzten Jahr ein Rekordergebnis. Nach Angaben der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG) stieg der Umsatz im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr auf 1,25 Milliarden Euro; damit verbleibt ein Jahresgewinn von etwa 135 Millionen Euro. FMG-Chef Michael Kerkloh sagte: „Das ist das bisher beste Jahresergebnis unserer Unternehmensgeschichte.“

München - Der Meinungsbildungsprozess innerhalb der CSU über den Bau einer dritten Start- und Landebahn des Münchner Flughafens ist immer noch nicht abgeschlossen. Auch wie sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) positionieren wird, ist weiterhin offen. Laut Finanzminister Markus Söder, der den Ausbau des Flughafens befürwortet, wird es eine endgültige Entscheidung der Staatsregierung erst im März geben.

München - Der frühere bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) hat die Debatte um eine dritte Start- und Landebahn des Münchner Flughafens mit dem Vorschlag befeuert, diese als „Reserve“ zu bauen und während der Spitzenzeiten nur eingeschränkt zu nutzen. Um den Ausbaugegnern entgegenzukommen, soll eine Nutzung der angedachten weiteren Piste an Wochenenden und in den späten Abendstunden ausgeschlossen werden.

München - Eine repräsentative Studie von TNS Infratest befeuert die Debatte um eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen. Nach dieser Umfrage sprechen sich 50 Prozent der Bayern gegen eine Erweiterung des Flughafens aus. Für die dritte Startbahn plädieren lediglich 37 Prozent der Befragten. SPD Landtagsfraktions-Chef Markus Rinderspacher sagte: „Die Studie stärkt die Position der Ausbaugegner: Die Menschen in ganz Bayern wollen keine dritte Startbahn im Erdinger Moos, die CSU muss ihre Pläne endgültig begraben.“ Rinderspacher erklärte mit Blick auf den Auslastungsgrad der Flugzeuge von unter 80 Prozent: „Die Entwicklung der Flugbewegungen zeigt: Es gibt keine Notwendigkeit zum Bau einer dritten Start- und Landebahn.“ Seine Partei werde den Bürgerwillen, der sich schon im Bürgerentscheid des Jahres 2012 gezeigt habe, respektieren. Von der CSU fordert der SPD-Politiker die Beendigung der Flughafen-Planspiele: „Die CSU muss die Zeichen der Zeit erkennen und Abstand von dem Milliardenprojekt nehmen.“