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Pfarrkirchen – Seit dem Abtritt Wilhelm Hoegners, der von 1945 bis 1946 und 1954 bis 1957 einziger SPD-Ministerpräsident Bayerns war, haben die Sozialdemokraten im Freistaat einen schwachen Stand. Bei der letzten Landtagswahl im Oktober 2018 verlor die SPD fast 11 Prozent der Stimmen und landete mit einem mageren Zweitstimmenergebnis von 9,7 Prozent nur noch auf dem fünften Platz des bayerischen Parteienspektrums. Während die Genossen in den Großstädten noch vergleichsweise gut abgeschnitten haben, kämpften sie in den ländlichen Regionen mancherorts mit der Fünf-Prozent-Hürde oder rutschten sogar darunter. Besonders schwer hat es die Sozialdemokratie beispielsweise in Niederbayern. In dem Regierungsbezirk bekam sie bei der zurückliegenden Landtagswahl nur noch 6,5 Prozent der Erst- und 6,3 Prozent der Zweitstimmen. Ausgerechnet die AfD holte dort mehr als das Doppelte der Stimmen.

München - Die etwa 59.000 bayerischen SPD-Mitglieder haben seit dem 3. April per Briefwahl die Möglichkeit, einen Nachfolger für SPD-Chef Florian Pronold zu bestimmen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium hatte zu Jahresanfang erklärt, auf dem Landesparteitag am 20. und 21. Mai in Schweinfurt nicht mehr zu kandidieren.

Regensburg - Die Korruptionsaffäre führt zum politischen Rückzug auf Raten: Regensburgs suspendierter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hat bei einer Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstandes das Ruhenlassen aller Parteiämter und den Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Unterbezirksvorsitzender bekanntgegeben. Zu einem möglichen Rücktritt als Oberbürgermeister sagte der Sozialdemokrat hingegen nichts.

München - Anfang Februar gab Florian Pronold bekannt, sein Amt als Landesvorsitzender der nicht gerade erfolgsverwöhnten Bayern-SPD niederzulegen und es an SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen übergeben zu wollen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, der die bayerischen Sozialdemokraten seit 2009 führt, wird sich auf dem Landesparteitag im Mai nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

München - Die Personaldecke der wenig erfolgsverwöhnten Bayern-SPD war schon immer dünn. In jüngster Zeit nahm die Zahl der politischen Hoffnungsträger in der bayerischen Sozialdemokratie aber noch weiter ab: Im Dezember 2016 legte der Augsburger Abgeordnete Linus Förster sein Landtagsmandat nieder und trat aus der Partei aus, nachdem er wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Schriften verhaftet worden war. Zwei Tage nach Weihnachten verstarb der Memminger Oberbürgermeister Markus Kennerknecht im Alter von nur 46 Jahren überraschend an Herzversagen. Mitte Januar dieses Jahres wurde außerdem der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet. Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold hat Wolbergs, der immer noch in Untersuchungshaft sitzt, mittlerweile den Parteiaustritt nahegelegt.

Nürnberg - Weil seine Tochter Johanna Uekermann bei der Aufstellung der bayerischen SPD-Landesliste zur Bundestagswahl 2017 nur auf einen aussichtslosen Platz gewählt wurde, legt der SPD-Funktionär Heinz Uekermann seine Parteiämter nieder. Johanna Uekermann ist Bundesvorsitzende der Jungsozialisten (Jusos) und stammt aus Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen.

Augsburg/München - Mitte November erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen den bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster wegen vorsätzlicher Körperverletzung und illegaler Bildaufnahmen von einer Frau ermittelt. Bei einer Durchsuchung der Wohn- und Büroräume des Politikers in Augsburg und München wurden Computerdaten sichergestellt, die noch ausgewertet werden.

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