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München - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet nun bis Jahresende mit 650.000 bis 750.000 neuen Asylantragstellern in Deutschland. Bislang hatte die Bundesregierung offiziell mit 450.000 gerechnet. Die aktualisierte Flüchtlingsprognose wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ganz sicher gekannt haben, als er jüngst mit seinen asylpolitischen Vorschlägen an die Öffentlichkeit trat.

Fürstenfeldbruck - In großer Einmütigkeit hat der Stadtrat von Fürstenfeldbruck die Unterbringung anerkannter Asylbewerber in neuen städtischen Sozialwohnungen beschlossen. Im Westen der Stadt sollen 25 moderne Sozialwohnungen entstehen. Zunächst war geplant, acht dieser Wohnungen für „wohnberechtigte“ Asylbewerber zu reservieren. Vor einigen Tagen entbrannte in den zuständigen Stadtratsausschüssen aber eine Debatte darüber, wie die Vergabe neuen Wohnraums an Asylbewerber den Bürgern vermittelt werden könne, ohne „Ressentiments“ zu schüren. Die Stadträte fürchten einen Resonanzboden für „rechte Stimmungsmache“, weil es insbesondere die einheimischen Geringverdiener und Obdachlosen als soziale Ungerechtigkeit empfinden könnten, dass Asylbewerber sofort nach Anerkennung ihrer Asylverfahren mit neuen Sozialwohnungen versorgt werden.

Nürnberg - Neuesten Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge werden auch im laufenden Jahr deutlich mehr Asylbewerber in Deutschland erwartet. Die Zahl soll in diesem Jahr um etwa 50 Prozent auf rund 300.000 Anträge steigen. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sagte, dass 250.000 Erstanträge und etwa 50.000 Folgeanträge erwartet werden. Schon im vergangenen Jahr hatte Deutschland mit knapp 203.000 Asylanträgen die vierhöchste Zahl seit dem Bestehen der Bundesrepublik verzeichnet.

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