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Düsseldorf - Nach der Entscheidung zwischen Markus Söder und Armin Laschet im Rennen um die Kanzlerkandidatur holt Armin Laschet nun seinen unterlegenen ehemaligen Kontrahenten um das Amt des Parteivorsitzenden, Friedrich Merz, in sein Wahlkampfteam. Dieser soll nun im laufenden Bundestagswahlkampf eine entscheidende Rolle spielen.

München - Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, ist Armin Laschet vom Bundesvorstand der Union mit klarer Mehrheit zum Kanzlerkandidaten gewählt worden. Lascheterhielt hiernach 31 Stimmen, Markus Söder lediglich 9. Sechs Mitglieder enthielten sich der Stimme. Vorangegangen waren eine fast sieben Stunden dauernde Beratung und langwierige Verhandlungen im Vorstand.

Straßburg - Der Europa-Abgeordnete Dennis Radtke (Jahrgang 1979), der zum Laschet-Lager zählt, droht im aktuellen Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder um die Kanzlerkandidatur der Union nach Berichten des SPIEGEL und des ZDF nun mit der Gründung eines CDU-Landesverbandes in Bayern. Radtke ist Mitglied im Landesvorstand der CDU in Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitnehmervereinigung CDA.

München - Nachdem er vor einigen Tagen noch erklärte, dass er nur Kanzlerkandidat der Union werden möchte, wenn er auch die Unterstützung der CDU bekomme, möchte Markus Söder nun trotzdem Bundeskanzler werden, nachdem sich zumindest das CDU-Präsidium für Armin Laschet ausgesprochen hat. Von seinen vorangegangenen Aussagen lässt sich Söder jedoch nicht beirren und verlangt nun die Einbeziehung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der Landesverbände. Auch die Wählermeinung müsse in die Entscheidung einbezogen werden, meint man in seinem Lager. Die Umfragen jedoch sprächen eindeutig für eine Nominierung Markus Söders.

München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist dazu bereit, als Kanzlerkandidat der Union zu anzutreten. Im Rahmen einer Klausurtagung der Fraktionsspitze der Union äußerte er: „Wenn die CDU bereit wäre, mich zu unterstützen, wäre ich bereit. Wenn die CDU es nicht will, bleibt ohne Groll eine gute Zusammenarbeit.“

München – Die Junge Union (JU) spricht sich seit Langem für den konservativsten Kandidaten im Bewerberfeld um den CDU-Parteivorsitz aus. Das bekräftigte die Jugendorganisation von CDU und CSU unlängst in einer Mitgliederbefragung, bei der sich eine große Mehrheit für Friedrich Merz als neuen CDU-Parteichef aussprach. Bei dem zweiwöchigen Mitgliedervotum kam Merz auf 51,95 Prozent der Stimmen, der Außenpolitiker Norbert Röttgen erhielt 28,1 Prozent, und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet erzielte 19,95 Prozent der Stimmen. JU-Chef Tilman Kuban, der am zurückliegenden Wochenende bei einem Online-Parteitag der Unionsjugend in seinem Amt bestätigt wurde, sagte bei der Präsentation des Abstimmungsergebnisses: „Friedrich Merz ist der Kandidat der Jungen Union und deshalb auch mein Kandidat.“ Das Ergebnis zeige, „dass sich die junge Generation wieder mehr Unterscheidbarkeit wünscht“. In den langen Jahren der Großen Koalition seien „vielleicht so manche Unterschiede etwas unscharf geworden“. Der 33-jährige Jurist interpretierte das Votum der JU-Mitglieder dahingehend, dass sich viele eine lebhaftere politische Debatte wünschen, die „nicht den Rändern überlassen“ werden dürfe. „Das traut die Junge Union offenbar Friedrich Merz zu.“ Kuban sieht das Ergebnis der Mitgliederbefragung als Abstimmungsempfehlung für die etwa 100 JU-Delegierten beim CDU-Wahlparteitag, der im kommenden Jahr über die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden soll.

Berlin - Die WerteUnion, eine am 25.03.2017 gegründete bundesweite Rettungsaktion konservativer Kräfte innerhalb von CDU und CSU geht gegen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in die Vollen. Nach einer verbalen Entgleisung Laschets gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), so sehen es die Wertkonservativen, solle sich Laschet beim CSU-Vorsitzenden entschuldigen.