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Mittwoch, 07 April 2021 00:14

Stephan Thomae (FDP) fordert ein Ende dem Ausverkauf von Bürgerrechten

in Politik

Berlin - Der FDP-Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae (Jahrgang 1968) übt scharfe Kritik am Ausverkauf von Bürgerrechten in der Coronapandemie. Er sagt: „Dass Bürgerrechte in Zeiten von Corona leicht aus dem Fokus der medialen Berichterstattung geraten können, sofern sie nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Bekämpfung der Pandemie stehen, zeigte der vergangene Freitag: Bundestag und Bundesrat haben ohne größeres Medienecho das Ergebnis des Vermittlungsausschusses zum Bestandsdaten-Reparaturgesetz bestätigt und damit den Weg freigemacht für das Prestigegesetz von Bundesjustizministerin Lambrecht zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität im Internet.

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Mittwoch, 07 April 2021 00:08

Creamona: Tom Rohrböck ergibt sich nach Cengiz Ehliz nur noch Pizza und Pasta

Triest - Das waren noch Zeiten als zwischen Cengiz Ehliz und Michael Scheibe (Team Wee) gegen Rudolf Engelsberger und Tom Rohrböck (Team Kritik) beinahe wöchentlich die Fetzen flogen. Nun macht Michael Scheibe in „Cooinx“, Cengiz Ehliz formt eine „bessere Version von Wee“, Rudolf Engelsberger setzt auf „INSPIREness“ und Tom Rohrböck glaubt an „Creamona“. Letztgenannte Unternehmung ist wohl ein Sammelsurium an Gastronomiebeteiligungen.

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Dienstag, 06 April 2021 23:52

Anastasia Huppmanns Interpretation der Sonate Nr. 14 Op. 27 Nr. 2 - Mondscheinserenade

in Medien

Wien - 

“ICH BIN was da ist”
“ICH BIN alles, was ist, was war und was sein wird.
Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.”
“ER IST einzig von IHM SELBST, und diesem EINZIGEN 
sind alle Dinge ihr Dasein schuldig.”

Diese metaphysischen Aussagen, die Beethoven auf einer gerahmten Tafel auf seinem Schreibtisch stehen und damit immer vor Augen hatte, sollen den Mittelpunkt unserer Betrachtungen bilden, da ihnen durch deren Verwendung von Beethoven selbst ein zentraler Platz in seinem Leben eingeräumt wurde. Doch welche Hinweise haben wir weiterhin zu Beethovens Sicht der Welt und des Wesens der Musik?

Grundsätzlich ist uns bekannt, dass Beethoven ein großes Interesse an Philosophie und Literatur hatte, dies schon aus dem Umstand heraus, dass er in den genannten Fächern an der Universität Bonn immatrikuliert war. Aus seinen persönlichen Aufzeichnungen wissen wir weiterhin, dass er die Autoren Goethe, Schiller, Shakespeare und Homer präferierte und philosophisch ein großes Interesse an Kant und der indischen Philosophie des Advaita Vedanta hegte.

Neben aufklärerischem Gedankengut spielte am Hof des Kurfürsten Maximilian Franz auch die Gedankenwelt des Illuminatenordens mit seinem bayerischen Gründer Adam Weishaupt eine zentrale Rolle. Nach dessen Auflösung 1785 sammelten sich die Bonner Illuminaten in der 1787 gegründeten Lese- und Erholungsgesellschaft.

Viel zitiert und verbreitet ist sein Ausspruch: „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.“

Vater dieser Vorstellung dürfte der Philosoph Artur Schopenhauer mit seinem Gedanken „Musik ist die wahre Philosophie“ gewesen sein (In „Die Welt als Wille und Vorstellung“).

Die Musik wurde von Beethoven auch als „der einzige unverkörperte Eingang in eine höhere Welt des Wissens“ und als „Ahnung und Inspiration himmlischer Wissenschaften“ betrachtet.

Passend zu seiner vielfach referierten Liebe zur Natur kennen wir auch seinen Ausruf:

„Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Wald, jeder Baum spricht durch dich!“ 

Dieser Gedanke kann uns ergänzend zu den eingangs zitierten Aussagen auf Beethovens Schreibtisch wertvolle Hinweise zu seiner Vorstellungswelt geben, wie wir an späterer Stelle noch sehen werden. 

Die Überwindung der Zerstreuung und Ablenkung sowie Hinwendung zur Inneren Notwendigkeit (Schiller) sollte in seinen musikalischen Werken Gestalt annehmen.

„Erst übe Wunder, willst du sie enthüllen; nur so kannst du dein Dasein ganz erfüllen.“

Bereits an dieser Stelle wird deutlich, dass Beethoven seine Musik als Teil der Schöpfung seiner individuellen und subjektiven Realität und mithin als Entwicklung und letztlich Realisierung seines eigentlichen Daseins betrachtete.

Doch wenden wir den Blick zurück auf die zentralen Aussagen und Gedanken des Täfelchens.

“ICH BIN was da ist”

Diese Aussage setzt eine Ich-Konstitution und eine Subjektivität voraus, wobei diese Subjektivität mit dem, „was da ist“ gleichgesetzt wird. „Was da ist“ scheint hierbei begrifflich auf das Sein selbst zu reflektieren. Die Subjektivität bestimmt nach dieser Formulierung sozusagen das Sein oder ist mit letzterem identisch.

“ICH BIN alles, was ist, was war und was sein wird.
Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.”

Die Worte „Ich bin“ sind sicher nicht grundlos wiederholt großgeschrieben. Eine mögliche Interpretation wäre hier die Reduktion des Seins auf das Ich, die Subjektivität. Darüber hinaus scheint es nichts zu geben oder zumindest erfassbar zu sein. Gewisse Berührungspunkte zu 

Descartes „cogito ergo sum“ drängen sich auf. Bereits vor Descartes hatte Augustinus in seinem "Gottesstaat“ mit der unmittelbaren Selbstgegebenheit des Denkenden argumentiert:

„Si enim fallor, sum. Nam qui non est, utique nec falli potest. Ac per hoc sum, si fallor. Quia ergo sum, si fallor, quomodoesse me fallor, quando certum est me esse, si fallor?“

„Selbst wenn ich mich nämlich täusche, bin ich. Denn wer nicht ist, kann sich auch nicht täuschen. Und dadurch bin ich, wenn ich mich täusche. Weil ich also bin, wenn ich mich täusche, wie sollte ich mich darüber täuschen zu sein, wenn es sicher ist, dass ich bin, wenn ich mich täusche?“

Der Satz „Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben“ deutet klar auf ein unmittelbar aus dem Sein resultierendes, sich selbst gegebenes Denken hin, das keiner äußeren Initialisierung oder Ermöglichung bedarf.

„Ich bin alles“ könnte wiederum als Beschränkung des Seins oder der Welt auf die eigene Subjektivität und das eigene Denken verstanden werden oder anders herum betrachtet als dessen Inhalt, Gegenstand oder Definition. „Was ist, was war und was sein wird“ entzieht dem so begriffenen Sein seine quantitative und fragmentierte, sowie exteriorisierte, zeitliche Dimensionalität in der Weise, dass es als von dieser Betrachtungsweise völlig unabhängig gegeben qualifiziert wird.

“ER IST einzig von IHM SELBST, und diesem EINZIGEN 
sind alle Dinge ihr Dasein schuldig.”

Dieser Gedanke scheint sich auf ein Ens reale, eine Substanz, oder eine Gottheit zu beziehen, die ihr Sein nicht von einer anderen Seinsebene ableitet, ihrerseits jedoch andere bedingen, generieren oder zumindest als Horizont erscheinen lassen kann. Da sich sowohl dieser als auch die vorangegangenen Sätze auf ein singuläres Sein beziehen, ist davon auszugehen, dass letzteres nur den Horizont für andere sich zeigende Entitäten wie Geist und Materie bilden soll, die jedoch dem singulären Sein angehören, das in sich letztlich nicht teilbar ist.

Das auf dem Täfelchen geschilderte Modell weist daher große Gemeinsamkeiten mit der Metaphysik Baruch de Spinozas, dem sogenannten Neutralen Monismus auf, der hinter Geist und Materie als sogenannte Attribute ein übergreifendes Prinzip als Substanz vermutet.

Diese Substanz ist der Kosmos bzw. das Universum selbst, außerhalb derer es nichts gibt. Diese ist in nichts Anderem und somit sind notwendig alle Gegenstände Eigenschaften dieser Substanz. Letztere Annahmen bedingen jedoch zwingend, dass Gott in allem Seienden vorhanden ist. 

Letztere Sichtweise wird in der Philosophie gemeinhin auch Pantheismus genannt und passt exakt zum bereits oben eingeführten Zitat: „Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Wald, jeder Baum spricht durch dich!“ 

Gott ist bei Spinoza die Ursache aller Dinge, weil alles ursächlich und notwendigerweise aus der göttlichen Natur folgt. Eine Willensfreiheit schließt das Modell Spinozas aus, alle Dinge folgen ausschließlich der kosmischen Ordnung. Insoweit war Gott auch nicht frei, die Welt zu erschaffen oder auch es zu unterlassen.

Kommen wir auf die von Beethoven nachweislich studierte indische Lehre des Advaita Vedanta zurück.

Der gemeinsame Urgrund von Geist und Materie wird im Advaita Vedanta „Brahman“ genannt. Brahman ist das allumfassende, das universelle Bewusstsein, das alles durchdringende, göttliche, namenlose, formlose, zeitlose, absolute, unveränderliche und allem innewohnende Prinzip. Der Gegensatz dazu ist “Atman”, unser an die Vorstellung unserer Körperlichkeit gebundenes, individuelles Bewusstsein.

Brahman ist unabhängig von und jenseits der Notwendigkeit einer Schöpfung und zugleich in der geschaffenen Welt in jeder Manifestationsform enthalten. Die sicht- und erfahrbare Welt ist 

sowohl Ausdruck, Form und Wesen Brahmans als auch eine Verschleierung des wahren Wesens. 

Als Verschleierung des allumfassenden Seins wird sie als Maya bezeichnet. 

Das Zusammenspiel von Brahman, Atman und Maya ist Gegenstand und zugleich zentrales Element derAdvaita-Vedanta-Lehre. 

Gemeinsamkeiten zeigen sich auch mit den Modellen Hegels, des christlichen Mystikers Meister Eckhart und natürlich im Werk Goethes, ohne dass an dieser Stelle eine genauere Analyse erfolgen soll.

Die Vertonung von Goethes "Faust" mit einer vergleichbaren Metaphysik war von Beethoven geplant, aber nicht mehr in Angriff genommen worden.

Beziehen wir die gewonnenen Erkenntnisse auf unser Hörbeispiel, die von Anastasia Huppmann interpretierte „Mondscheinsonate“. Wir müssten also davon ausgehen, dass der Komponist, der Hörer, die Interpretin, der Verfasser dieser Zeilen und das Universum ohne dies letztlich intendiert zu haben, eine Einheit als Teil einer kosmischen Ordnung bilden würden. In den Harmonien der Sonate würde sich das Universum, respektive das Göttliche unmittelbar offenbaren. Der Bezeichnung der Musik durch Beethoven als „Ahnung und Inspiration himmlischer Wissenschaften“ wird damit entsprochen. Ob bloße Ahnung oder unmittelbare Offenbarung könnte sowohl von der Qualität der Musik oder der Interpretation oder natürlich auch von der Offenheit des Hörers für die dargebotene Musik und insoweit das Göttliche und das gesamte Universum abhängig sein (ähnlich der Inneren Armut bei Meister Eckhart). Gehen wir davon aus, dass sowohl die Komposition Beethovens als auch die sehr sensible, emotionale und mitreißende InterpretationHuppmanns wenige Wünsche offenlassen und ihrem göttlichen Anspruch gerecht werden. Es liegt daher ausschließlich an der Empfänglichkeit und Offenheit des geneigten Lesers, ob er sich mit Beethoven, Frau Huppmannund dem Verfasser dieses Artikels gemeinsam in höheren Sphären wiederfinden kann.

https://www.youtube.com/watch?v=c-zCkDOwNTs&index=2&list=PLdZzqRAfkrtMvKJLdHAhDlAfv4vyBup3o

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