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Stadt Rosenheim verweist auf Meinungs- und Kunstfreiheit des Grundgesetzes

Xavier Naidoo darf trotz unterstellter „Reichsbürger“-Sympathien in Rosenheim spielen

Dienstag, 07 Februar 2017 02:13
Xavier Naidoo Xavier Naidoo Quelle: de.wikipedia.org | Smalltown Boy | Gemeinfrei

Rosenheim - Zahlreiche linke Gruppen hatten von der Stadt Rosenheim verlangt, den Auftritt des Soulpop-Sängers Xavier Naidoo mit den „Söhnen Mannheims“ beim diesjährigen Sommerfestival im Mangfallpark abzusagen.

Die Grüne Jugend tat sich bei dieser Kampagne besonders hervor und erklärte, dem zwingenden Ausschluss des „Hassmusikers“ Naidoo von der Veranstaltung müssten „weitere Schritte zu einer offeneren und toleranten Gesellschaft“ folgen. Die linke Szene wirft dem bekannten Künstler Sympathien für die „Reichsbürger“ und teils homophobe und antisemitische Positionen vor. 

Die Stadt Rosenheim wies die Forderung nach einem Auftrittsverbot zurück. Naidoo sei nur einer von insgesamt 19 Mitgliedern seiner Musikformation, und gegen ihn gebe es keine anhängigen Gerichtsverfahren. Man habe mit den Künstlern beziehungsweise deren Agenturen rechtskräftige und bindende Verträge für das Sommerfestival 2017 abgeschlossen. Außerdem schütze das Grundgesetz die Freiheit der Meinung und der Kunst. 

Stadtsprecher Thomas Bugl warf den Naidoo-Gegnern – darunter der Grünen Jugend – mit Verweis auf die NS-Zeit zudem „Gesinnungsschnüffelei“ vor. Während sich Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) hinter Bugls Erklärung stellte, tobten SPD und Grüne. 

Letzten Mittwoch kam es im Rosenheimer Stadtrat zu einer hitzigen Debatte, an deren Ende ein SPD-Antrag auf Missbilligung der Bugl-Erklärung mehrheitlich abgelehnt wurde. Das eigentliche „Konzertpaket“ hatte der Stadtrat gegen die Stimmen der SPD schon im vergangenen Jahr verabschiedet. 

Das Konzert von Naidoo mit den „Söhnen Mannheims“ auf dem Sommerfestival im Juli wird somit wie geplant stattfinden.

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