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Laut Staatsanwaltschaft sind sieben Kühe qualvoll verhungert

Tierquälerei-Prozess gegen Minister-Sohn unter Auflagen eingestellt

Mittwoch, 01 Juni 2016 22:23
Justizpalast Am Alten Einlaß 1 Justizpalast Am Alten Einlaß 1 Quelle: de.wikipedia.org | Alois Wüst | CC BY-SA 3.0

Augsburg/Rott am Lech - Nach Angaben des Augsburger Landgerichts ist ein Verfahren gegen den Landwirt Nikolaus Ertl wegen Tierquälerei vorläufig eingestellt worden. Der Sohn des früheren bayerischen FDP-Landesvorsitzenden Josef Ertl, der von 1969 bis 1983 auch Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war, muss 2.000 Euro Strafe an die Justizkasse zahlen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das hat jetzt eine Strafkammer des Augsburger Landgerichts in zweiter Instanz entschieden.

Landgerichtssprecher Claus Pätzel wies darauf hin, dass das Verfahren gegen Nikolaus Ertl endgültig eingestellt werde, sobald dieser den gerichtlichen Auflagen nachgekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 66-Jährigen vor, dass unter seiner Verantwortung auf dem mütterlichen Bauernhof in Rott am Lech mindestens 15 Kühe einer Herde von 86 Tieren völlig ausgehungert und verdreckt gehalten wurden und sieben von ihnen qualvoll verendeten. Einige Rinder waren offenbar so lange tot, dass ihre Kadaver schon angefressen waren.

Vor etwa zwei Jahren untersagte das Landratsamt des Landkreises Landsberg dem Hof die gewerbliche Tierhaltung und veranlasste, dass sich die Familie von ihren übrigen Kühen trennte.

Es folgte eine Anklage gegen Mutter und Sohn wegen Tierquälerei. Das Verfahren gegen Ertls Mutter wurde gegen eine Geldbuße von 1.500 Euro bereits eingestellt. Bei Erfüllung der gerichtlichen Auflagen wird nun auch das Verfahren gegen den Minister-Sohn zu den Akten gelegt. Er ist damit nicht vorbestraft.

Nikolaus Ertl hatte erklärt, dass die vielen Kühe wegen des mit Kolibakterien verseuchten Trinkwassers erkrankt seien, das bei ihm aus dem Hahn komme.

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