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24-jähriger irrlichtert durch Kommunalpolitik

Straubing: Wechselt Simon Bucher nun von der AfD zur Linken?

Mittwoch, 04 März 2020 20:06
Hier warb Simon Bucher noch für die AfD Straubing Hier warb Simon Bucher noch für die AfD Straubing Quelle: AfD Straubing

Straubing - Der Staubinger Oberbürgermeister-Kandidat der AfD Simon Bucher hat am Montag mitgeteilt, dass er aus der AfD ausgetreten ist. Seine Entscheidung die Partei knapp zwei Wochen vor der Kommunalwahl zu verlassen, habe er den Parteivorstand und an die Zentrale in Berlin bekanntgegeben und begründet: Es gäbe unter anderem „sichtlich rechtsextremen Tendenzen einzelner Kandidaten auf der Stadtratsliste“.

Bucher war Mitarbeiter der Landesvorsitzenden Corinna Miazga

Aber auch mit der Gesamtpartei geht er hart ins Gericht, denn offensichtlich  habe er „in den letzten Wochen“ gemerkt, dass es immer schwieriger zu erkennen wird, wie und ob sich die AfD extremistisch abgrenzt", so Bucher laut pnp.de. Warum erst in den letzten Wochen? Bucher war immerhin jahrelang Parteimitglied und einer der engsten Mitarbeiter AfD-Landesvorsitzenden Corinna Miazga.

Plakat der Partei DIE LINKE in Buchers Auto fotografiert

Noch undurchsichtiger wird die Sache aufgrund von Fotos eines Plakates der Linken in Buchers Wagen. Buchers eher kuriose Rechtfertigung für einen AfD-Mann: Bei einer Plakatierfahrt habe er das Plakat der Linken-Kandidatin auf der Straße liegen sehen, es mitgenommen, um es wieder aufzuhängen. Ob nicht Buchners Herz schon zuvor für die LINKE schlug? Privat auf alle Fälle: Immerhin hatte er nach eigener Aussage zuletzt eine inzwischen beendete Beziehung mit einer Kommunalwahlkandidatin der Linken in Staubing, wegen der er sogar aus der Jungen Alternativen (JA) ausgetreten sei.

OB-Kandidat statt „rechtsextrem“ jetzt „Antifaschist“

Das alles wusste Miazga und die Leute fragen sich, warum ließ sie das alles durchgehen? Immerhin leitet er ihr Staubinger Wahlkreisbüro seit Ende 2018. Verwundert darf sie jedenfalls nicht sein, wenn Buchner jetzt kurz vor den Kommunalwahlen sich selbst als Linker outet und die üblichen linken Parolen gegen die AfD herunterleiert. „Der Begriff des Rechtsextremen und des Faschismus mit der einhergehenden Intoleranz und Verfassungsfeindlichkeit sind nichts, womit ich mich identifizieren oder es gar verkörpern könnte“ so der Wendehals jetzt wörtlich. Miazga sieht darin „üble Nachrede und reines Ablenkungsmanöver von Buchers sehr persönlichen Beweggründen".

Bucher zählt vermutlich nicht zu den V-Leuten, die bekanntlich auch in die AfD eingeschleust wurden - zwei mutmaßliche V-Leute wurden in der Vergangenheit bereits enttarnt. Er dürfte eher zu der Sorte von Funktionären gehören, die erst später „umgedreht“ wurden.

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