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Münchner Stadtrat Karl Richter kritisiert Vertuschung von Sex-Übergriffen

Sex-Übergriffe von Asylanten, nachdem Münchens OB sie zur Rathaus-Party eingeladen hatte

Dienstag, 06 Dezember 2016 18:21

München - Erst jetzt wurde bekannt, dass es Ende Oktober bei einer Münchner Rathaus-Feier zu sexuellen Übergriffen von jungen Asylbewerbern auf Frauen kam. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte alle 18-jährigen Münchner – nach Medienberichten auch zahlreiche Flüchtlinge – ins Neue Rathaus am Marienplatz eingeladen.

Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) klagte jetzt eine 18-jährige Studentin, dass sie und zwei Freundinnen während der „18.jetzt“-Party wiederholt von mehreren Asylbewerbern aggressiv angetanzt worden seien. Die Zurückweisung der sexuellen Belästigungen habe nicht geholfen, sodass den Frauen nur die Flucht in einen anderen Bereich des Rathauses blieb. Vor einem leeren Saal trafen die Männer dann auf die verängstigten Frauen. Laut „SZ“ wurde die Studentin und eine Freundin am Arm gepackt, „um sie mit Gewalt in den Raum“ zu zerren. Nur durch das Einschreiten des Sicherheitspersonals konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Asylbewerber wurden daraufhin des Rathauses verwiesen. 

Weniger glimpflich ging der Abend für eine andere junge Frau aus. Die „SZ“ schreibt dazu: „Ein 18 Jahre altes Mädchen wurde von einem gleichaltrigen Schüler aus Syrien attackiert. Er begrapschte sie brutal und versuchte gewaltsam, ihr einen Zungenkuss zu geben. Die junge Frau wehrte sich vehement.“ Dieser Flüchtling wurde wegen sexueller Nötigung angezeigt und nach einer vorläufigen Festnahme wieder freigelassen. 

Politisch unangenehm sind die Sex-Übergriffe vor allem für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der SPD-Politiker ist nicht nur der Gastgeber der „18.jetzt“-Party, sondern auch ein begeisterter Anhänger von Angela Merkels „Willkommenskultur“. Die Einladung an die 18-jährigen Asylbewerber scheint Reiter auch nach den Vorfällen für richtig zu halten. Er will zukünftig bloß dafür sorgen, „dass zusätzlich speziell ausgebildete weibliche Ansprechpersonen eingesetzt werden, die kritische Situationen im Idealfall schon im Entstehen erkennen“. 

Erst nachdem die sexuell bedrohte Studentin, die laut „SZ“ auf ihrem Facebook-Profil ein „Gefällt mir“ beim Bündnis „München ist bunt“ gesetzt hat, die Öffentlichkeit informiert hat, nennt Reiter die Ausländergewalt beim Namen. „Dass offenbar junge Männer mit Migrationshintergrund beteiligt waren, darf nicht wegdiskutiert werden, sondern muss auch benannt werden“, erklärt er mit mehrwöchiger Verspätung. 

Der Münchner Stadtrat Karl Richter von der Bürgerinitiative Ausländerstopp München (BIA) spricht von „unfassbaren Vorgängen“ während der Rathaus-Party: „Nicht nur, dass inzwischen auch die ausländische Presse berichtet und mit spitzen Fingern auf die bayerische Landeshauptstadt und ihren Oberbürgermeister zeigt – OB Reiter hatte höchstselbst Wert darauf gelegt, ‚auch viele junge Flüchtlinge‘ ins Rathaus einzuladen, die dort dann eine noch nicht bekannte Zahl junger Frauen massiv sexuell belästigten.“ 

Jetzt rücke die Frage in den Mittelpunkt, „warum die Öffentlichkeit erst nach fast fünf Wochen aus der Tagespresse von den Vorgängen erfuhr“. Für Richter drängen sich unschöne „Erinnerungen an die Ereignisse der Kölner Silvesternacht auf“. Damals hatten bis zu 1.500 junge Männer aus Nordafrika und dem Nahen Osten unter den Augen einer überforderten Polizei Frauen ausgeraubt und sexuell attackiert. 

In einer Rathaus-Anfrage hat der Vertreter der BIA detailliert nachgefragt, warum die Öffentlichkeit erst mit fast fünfwöchiger Verzögerung und nach Medien-Anfragen von den Ereignissen im Rathaus erfuhr. Auch will Karl Richter wissen, ob der Münchner Oberbürgermeister möglicherweise eine Nachrichtensperre verhängte, „denn der ansonsten meist korrekte Polizeibericht enthält zu den fraglichen Vorkommnissen eigenartigerweise nichts“.

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