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Sieben Todesopfer in Niederbayern zu beklagen

Rottaler Landrat Michael Fahmüller (CSU) schätzt Flutschäden auf über eine Milliarde Euro

Montag, 06 Juni 2016 17:37
Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rottal-Inn

Simbach am Inn - Die Hochwasserkatastrophe in Niederbayern hat nach Angaben des Landrates von Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro verursacht. Das sagte er am Samstag in der besonders betroffenen Kommune Simbach am Inn, aus der auch die meisten der sieben niederbayerischen Todesopfer stammen.

Fahmüller begründete die Schadensschätzung mit 5.000 betroffenen Haushalten, 500 schwerbeschädigten Häusern, „die wohl nicht mehr sanierbar sind“, zweihundert allein in seinem Landkreis zerstörten Brücken, weggespülten Straßenzügen, Hunderten Autos mit Totalschaden und vielen existenzbedrohten Wirtschaftsbetrieben.

Der Rottaler Landrat sagte an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gerichtet, dem er bei einem Ortstermin die Flutschäden in Simbach zeigte: „Ich fordere die gleiche Förderung wie bei dem Jahrhunderthochwasser an der Donau 2013, die gleichen Bundesprogramme und Fonds, damit unser Landkreis wieder eine Zukunft hat.“ Seehofer sicherte die gewünschte Förderung sofort zu: „Wir werden uns bei den zusätzlichen Mitteln an das Jahrhunderthochwasser 2013 anlehnen.“

An diesem Dienstag will das bayerische Kabinett ein Hilfsprogramm für die flutbetroffenen Regionen beschließen. Seehofer kündigte an, besondere Härtefallregelungen zu prüfen und auch an den Bund zwecks finanzieller Hilfszusagen heranzutreten. „Wir wissen, dass man diese Dramatik nicht mit 1.500 Euro Soforthilfe beantworten kann“, betonte der Ministerpräsident.

Er spielte damit auf die vom Freistaat gezahlte Soforthilfe von 1.500 Euro für jeden betroffenen Haushalt an, die sich Bürger seit Freitagmorgen beim Landratsamt Rottal-Inn abholen können. Seither wurden im Landkreis rund 2,6 Millionen Euro ausgezahlt.

Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid (CSU) bedankte sich inzwischen für die große Unterstützung, die seine Stadt von allen Seiten erhält, und lobte den Einsatz von Feuerwehr, THW und Wasserwacht sowie privaten Helfern. In Simbach erwartet man für die weiteren Aufräumarbeiten auch noch hundert Bundeswehr-Soldaten.

Michael Fahmüller verweist auf Spendenmöglichkeiten für seinen Landkreis: „Spendenangebote können weiterhin am Bürgertelefon unter der Nummer 08561/20725 gesammelt werden.

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