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Weihnachten bei erhöhter Terrorgefahr

Polizei verordnet Sicherheitsmaßnahmen für Münchner Christkindlmarkt

Freitag, 20 November 2015 06:12
Polizei verordnet Sicherheitsmaßnahmen für Münchner Christkindlmarkt Polizei verordnet Sicherheitsmaßnahmen für Münchner Christkindlmarkt Quelle: PIXABAY.COM

München - Wie Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä am Mittwoch bekanntgab, werden die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen in der bayerischen Landeshauptstadt nach den islamistischen Terroranschlägen in Paris verschärft. Die Polizei werde auf den Straßen mehr Präsenz zeigen und insbesondere die örtliche Islamisten-Szene intensiver beobachten. Die BAYERN DEPESCHE hatte mehrfach darüber berichtet, dass Münchner Salafisten immer häufiger Koran-Verteilungen organisieren und wachsenden Zulauf bei Jugendlichen verzeichnen. Am Hauptbahnhof läuft nun schwerbewaffnete Bundespolizei Streife und auch in den U- und S-Bahnhöfen Münchens sind Polizisten in Uniform allgegenwärtig.

Ein besonderes Augenmerk richtet das Münchner Polizeipräsidium auf den am Freitag in der Fußgängerzone beginnenden Christkindlmarkt. Zwischen dem Marienplatz und dem Stachus soll es bis zum 24. Dezember mehr Polizeistreifen, verstärkte Taschenkontrollen und eine 24-Stunden-Überwachung durch 13 Videokameras geben. Die Videobilder werden umgehend in die polizeiliche Einsatzzentrale gesendet und dort ausgewertet. Polizeisprecherin Elizabeth Matzinger sagte: „Wir intensivieren die uniformierten Streifen, aber es sind auch viele Kollegen in Zivil unterwegs, die die Augen offen halten.“ Man sei mit Hunderten Beamten rund um den Christkindlmarkt im Einsatz. Um die Besucher nicht zu verunsichern, wird die Polizei aber nicht mit Maschinengewehren patrouillieren.

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä versucht zu beruhigen: „Die wichtigste Erkenntnis und vor allem Botschaft für die Münchner ist, dass trotz der jüngsten Ereignisse nach jetzigem Stand keine Hinweise dafür vorliegen, dass in München ein Anschlag bevorsteht.“ Andrä weiter: „Auch bei Veranstaltungen, wie Konzerten, Fußballspielen oder etwa den bevorstehenden Christkindlmärkten, aber auch bei Versammlungen haben wir ein noch wachsameres Auge auf Ihre Sicherheit. Wir stehen im engen Kontakt mit den Veranstaltern und stimmen uns über die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ab.“ Die Pariser Ereignisse zeigten aber, „dass es eine hundertprozentige Sicherheit vor Terror nicht geben kann“.

Wie sehr die Nerven in München blank liegen, zeigte am Mittwochabend die Räumung des Münchner Hauptbahnhofs wegen eines vermuteten Bombenfundes. Bundespolizisten hatten ein herrenloses Gepäckstück in der Schalterhalle entdeckt und die Evakuierung des kompletten Bahnhofsgebäudes angeordnet. Der Zugverkehr mit Ausnahme des S-Bahnverkehrs wurde für mehrere Stunden eingestellt. Nach einer Untersuchung des Gepäckstücks konnte nach Mitternacht Entwarnung gegeben werden.

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