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Soforthilfe von 1.500 Euro für jeden geschädigten Haushalt

Polizei nimmt im bayerischen Hochwassergebiet mehrere Plünderer fest

Donnerstag, 02 Juni 2016 15:08
Polizei nimmt im bayerischen Hochwassergebiet mehrere Plünderer fest Polizei nimmt im bayerischen Hochwassergebiet mehrere Plünderer fest Bildquelle: PIXABAY.COM

Simbach am Inn/München - Massive Niederschläge haben in Niederbayern zu teils massiven Überschwemmungen geführt. In den Landkreisen Rottal-Inn und Passau wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Besonders betroffen ist der Landkreis Rottal-Inn, wo bislang fünf Menschen in den Fluten umkamen und noch vier Personen vermisst werden.

Laut Landrat Michael Fahmüller (CSU) sind derzeit etwa 2.000 Hilfskräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, THW und Rotem Kreuz im Einsatz. Im Notstandsgebiet wird es mancherorts noch mehrere Tage dauern, bis die Strom- und Wasserversorgung wieder funktioniert.

In der meistbetroffenen Gemeinde Simbach am Inn, wo auch vier der fünf Toten geborgen wurden, nahm die Polizei mehrere Plünderer vorläufig fest. Sie hielten in gefluteten und zerstörten Geschäften, Wohnungen und Autos nach Diebesgut Ausschau. Zwei Männer wurden auf frischer Tat erwischt, wie sie gerade ein Autoradio ausbauen wollten.

Das Polizeipräsidium Niederbayern verurteilte nicht nur die Plünderungsaktionen im Katastrophengebiet, sondern auch das Verhalten von Autofahrern: Weil viele die polizeilichen Sperrhinweise ignorierten, kam es unnötigerweise zu mehreren Unfällen.

Gleich vier bayerische Staatsminister – Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Markus Söder, Umweltministerin Ulrike Scharf und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner – haben den Landkreis Rottal-Inn besucht. In Eggenfelden trafen sie Landrat Michael Fahmüller, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Die bayerische Staatsregierung hat den Hochwasser-Geschädigten im Osten des Freistaates bereits finanzielle Soforthilfe zugesagt.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte: „Der Freistaat Bayern wird die Geschädigten, die zum Teil ihr ganzes Zuhause verloren haben, nicht alleine lassen, sondern – wo immer nötig – schnell und unbürokratisch helfen.“ An die Betroffenen gerichtet sagte er: „Das Ausmaß und die Folgen der schrecklichen Flut in Niederbayern machen mich tief betroffen. Den Todesopfern und ihren Angehörigen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme.“

Nach einem Überflug über das Hochwassergebiet versicherte Finanzminister Markus Söder (CSU): „Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1.500 Euro zur Verfügung stellen.“ Der Rottaler Landrat teilte mit, dass sich die Flutopfer die Soforthilfe in Höhe von 1.500 Euro je Haushalt ab Freitagmorgen beim Landratsamt abholen können.

Laut Söder wird das Kabinett „spätestens am Dienstag“ ein Hilfsprogramm verabschieden, von dem auch die hochwassergeschädigten Regionen in Mittelfranken profitieren sollen.

Für Nachfragen zu Flutfolgen und -hilfen hat das Landratsamt Rottal-Inn ein Bürgertelefon unter der Nummer 08561/20725 eingerichtet.

Letzte Änderung am Donnerstag, 02 Juni 2016 15:39
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