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Andere Badegäste hatten sich über Burkini-Trägerin beschwert

Neutraubling: Burkini-Verbot für Muslimas in bayerischem Schwimmbad

Montag, 13 Juni 2016 17:27

Neutraubling - Im Schwimmbad der Stadt Neutraubling in der Nähe von Regensburg dürfen besonders gläubige Muslimas keinen Ganzkörperbadeanzug mehr tragen.

Wie die Stadt mitteilte, hatten sich Badegäste darüber beschwert, dass eine Araberin ausgerechnet am Frauenbadetag einen sogenannten Burkini trug. Burkinis bedecken den ganzen Körper einer Frau mit Ausnahme der Hände und des Gesichts und erfüllen damit die strengen Anforderungen der muslimischen Kleiderordnung.

Neutraublings Bürgermeister Heinz Kiechle (CSU) beruft sich für das Burkini-Verbot auf die Benutzungssatzung des Hallenbades, die aus hygienischen Gründen allgemein übliche Badekleidung wie Badehose, Bikini oder Badeanzug fordert.

Kiechle erklärte: „Warum der Burkini als Ganzkörperbadeanzug ausgerechnet beim Frauenbadetag notwendig sein soll, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Dieser Tag sei eigens dafür gedacht, „auch einem sensiblen Personenkreis das Baden zu ermöglichen“. Der Bürgermeister sagte weiter: „Im Übrigen darf man sich schon fragen, was der Burkini als eine Erfindung jüngster Zeit mit freier Religionsausübung zu tun hat.“

Der Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer (CSU), wollte den ersten Fall eines Burkini-Verbotes in Bayern nicht bewerten. „Das ist Sache der Kommune, jede Behörde regelt das vor Ort für sich und darf eigene Regeln festlegen“, so Neumeyer. „Wir als Landtag sollten uns da nicht einmischen.“ Eine Ausgrenzung von Muslimas sieht Neumeyer durch das Burkini-Verbot nicht.

Den gegen ihn erhobenen Rassismus-Vorwurf weist CSU-Bürgermeister Kiechle von sich und verweist auf sein Engagement für Asylbewerber: „Wir haben die erste Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Landkreis bekommen, ohne Proteste, und haben uns sehr um die Flüchtlinge gekümmert. Und ich glaube, kaum ein Bürgermeister im Landkreis Regensburg war so oft vor Ort wie ich.“

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