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Bürger beklagen Steuergeldverschwendung

Neu-Ulm: Nach dreiwöchiger Nutzung lässt Landratsamt für 18.000 Euro Matratzen in Asylunterkunft austauschen

Donnerstag, 17 Dezember 2015 18:15
Rathaus Rathaus Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Andreas Praefcke | CC BY 3.0

Neu-Ulm - In der Pfuhler Schulturnhalle in Neu-Ulm waren in jüngster Zeit wiederholt Asylbewerber untergebracht. Für diesen Zweck wurden vom zuständigen Landratsamt 200 neue Matratzen angeschafft. Wie die „Augsburger Allgemeine“ nach zahlreichen empörten Bürgerreaktionen nun meldet, wurden unzählige dieser Matratzen nach nur dreiwöchigem Gebrauch in Müllcontainern entdeckt – teilweise sogar noch in Originalverpackung. Die Zeitung zitiert einen Leser mit den Worten: „Das ist eine reine Steuerverschwendung. Kein Hotel, keine Jugendherberge tauscht nach dreiwöchiger Benutzung die Matratze aus.“

Peter Dieling, Jurist im Neu-Ulmer Landratsamt und Leiter der dortigen Führungsgruppe Katastrophenschutz, erklärte auf Nachfrage, dass das überhaupt nicht miteinander zu vergleichen sei. Wenn mehr als 200 Asylbewerber, darunter Familien mit Kleinkindern, in einer Turnhalle untergebracht würden, herrsche immer ein „gewisses Maß an Unordnung“. Zu den unvermeidlichen Schäden am Inventar gehöre auch die Verschmutzung der Betten. Diese seien aber „auch nicht die hochwertigsten“, versuchte Dieling die Gemüter in Neu-Ulm zu beruhigen. Nachdem die Matratzen zweimal verwendet worden waren, sei nach ihrem dritten Einsatz in der Turnhalle beschlossen worden, diese auszutauschen. Dieling sagte dazu: „Sie waren zum Großteil in einem so schlechten Zustand, dass sie unter keinen Umständen noch einmal zu gebrauchen waren. Auch nicht als Spende an Bedürftige. Vor allem aus hygienischen Gründen.“

Der große Matratzen-Austausch kostet den Steuerzahler rund 18.000 Euro – zu bezahlen hat die Rechnung die Bezirksregierung von Schwaben. Die 200 neuen Matratzen werden nun in einem Mietcontainer gelagert und für eine vierte Turnhallen-Belegung mit Asylanten bereitgehalten.

Aufbewahrt werden sollen auch die zahlreichen Kleidungsstücke, die die Asylbewerber in der vergangenen Woche in der Turnhalle einfach zurückließen. Nach Angaben von Stefan Kast, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, werden die Kleidungsstücke gesichtet und gegebenenfalls für den weiteren Gebrauch zurückgelegt. Kast sagte stolz: „Wir haben allein in unserer Geschäftsstelle ein Lager mit rund 40 Quadratmetern, das pickepackevoll ist mit Kleidungsstücken, die wir Asylbewerbern zur Verfügung stellen können.“

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