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Baustellen-Alarm in der Franken-Metropole

Nürnberg zählt dieses Jahr 14.000 Baustellen im Stadtgebiet

Freitag, 16 Oktober 2015 02:44
Baustellen-Alarm Baustellen-Alarm

Nürnberg - Die gegenwärtige Bautätigkeit in ihrer Stadt erinnert die alten Nürnberger fast an die Zeit des Wirtschaftswunders. Die Stadtverwaltung geht für das ganze Jahr 2015 von 14.000 Baustellen in der Stadt aus, darunter auch Großbaustellen, die die Verkehrsteilnehmer monatelang auf eine Geduldsprobe stellen. 2013 waren es noch knapp 12.000 Baustellen in der Stadt. In diesem Jahr mit 14.000 Baumaßnahmen hat dann rein rechnerisch alle 95 Minuten eine Bautätigkeit in der Franken-Metropole begonnen. Uwe-André Bauer, Werkbüroleiter des Nürnberger Servicebetriebs Öffentlicher Raum (SÖR), sagt auf Nachfrage, dass alleine im September an fast 1.400 Stellen im Stadtgebiet gebaut wurde.

Mit Verkehrsbehinderungen haben aber nicht nur Autofahrer zu kämpfen; auch Fußgänger müssen sich mancherorts mit Beeinträchtigungen arrangieren. Derzeit sind beispielsweise die innerstädtische Kaiserstraße und Teile der Fußgängerzone in der Karolinenstraße wegen Kanalarbeiten aufgerissen. Das Rathaus und der Schöne Brunnen sind eingerüstet und hinter Planen verschwunden. In diesen Tagen wird auch der Frankenschnellweg für Belag-Sanierungen gesperrt. Für monatelange Behinderungen sorgen die großen Baustellenprojekte auf dem Altstadtring und die Verlängerung der Straßenbahn im Stadtteil Thon.

Die massive Baustellendichte begründet Werkbüroleiter Uwe-André Bauer mit den herbsttypischen Witterungsbedingungen: „Jeder versucht, seine Baustellen vor der Frostperiode fertigzustellen. Straßenaufgrabungen bei Frost sind nämlich verboten.“ Mit dem schnellen Verprassen von Fördermitteln, die noch bis Jahresende Jahr ausgegeben sein müssen, um nicht zu verfallen, habe der Baustellen-Boom nichts zu tun.

Bei einigen Nürnbergern könnten die baustellenbedingten Verkehrsreduzierungen sogar positiv aufgenommen werden. Knapp 123.000 Nürnberger müssen tagsüber nämlich mit nennenswertem Straßenlärm leben und nachts immerhin noch fast 78.000. Als besonders betroffen von Kfz-Lärm gelten tagsüber fast 20.000 Bürger und fast 18.000 auch noch nachts. Ein Aktionsplan der Stadt soll nun zur Senkung der Lärmbelastung beitragen. Die Baustellen sind damit freilich nicht gemeint.

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