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Übertragungsladung für Zündung fehlte

Nürnberg: Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gibt Rätsel auf

Donnerstag, 07 Mai 2020 20:09

Nürnberg – Die am Montag in Nürnberg gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gibt ein interessantes Rätsel auf. Der Sprengmeister, Tobias Oelsner, stellte im Zuge der Entschärfung fest, dass bei der Bombe die Übertragungsladung für die Entzündung gefehlt habe. Das deutete darauf hin, dass bei der Herstellung der Bombe sabotiert wurde. Gut möglich, dass ein Arbeiter in Kenntnis der Tatsache, dass Bombardements auf Städte wie Nürnberg, wo die Bombe gefunden wurde, unsägliches Leid unter Zivilisten anrichten und nicht kriegsentscheidend sein würden, hier Menschenleben retten wollte. Das gelang ihm in diesem Fall womöglich auch, denn die Bombe ist ja nach dem Abwurf nicht explodiert.

Die amerikanische Fliegerbombe wurde zufällig in zwei Metern Tiefe bei Bauarbeiten im Süden Nürnbergs gefunden, Alle Bewohner im Umkreis von 300 Metern mussten evakuiert werden. Insgesamt 662 Menschen waren betroffen.Noch heute, 75 Jahre nach Kriegsende, werden immer wieder derartige Kriegsrelikte gefunden. So ist bei der Bergung einer 250-kg-Fliegerbombe im Jahr 2003 in Salzburg eine derartige Bombe explodiert. Zwei Personen wurden getötet, ein Dritter erlitt schwerste Verletzungen. Es handelt sich damals um Mitarbeiter des Entminungsdienstes des Innenministeriums.

Letzte Änderung am Freitag, 08 Mai 2020 00:13
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