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Landgericht Augsburg sieht wegen schwerer Kindesunterernährung versuchten Totschlag

Mutter zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil sie ihr Baby fast verhungern ließ

Freitag, 01 Juli 2016 17:03
Mutter zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil sie ihr Baby fast verhungern ließ Bildquelle: PIXABAY.COM

Augsburg - Das Landgericht Augsburg hat eine Mutter wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt und ist damit noch über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinausgegangen. Nach Überzeugung des Gerichts hat die Angeklagte eines ihrer Kinder so schwer unterernährt, dass es im Mai 2015 wegen Lebensgefahr ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Ärzte kämpften wochenlang um das Leben des Babys.

Die Mutter hatte die drei jüngsten ihrer fünf Kinder über einen längeren Zeitraum vernachlässigt und unzureichend ernährt. Als das acht Monate alte Baby in die Obhut des Jugendamts genommen wurde, wog es so wenig wie bei seiner Geburt.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft warf der Mutter deshalb „kriminelle Verantwortungslosigkeit“ und „böswillige Pflichtverletzung“ vor. Die Verteidigung bemühte sich um eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung.

In seiner Urteilsbegründung stellte das Landgericht fest, dass die 29-Jährige den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen habe. Der Richter sagte, dass ihn die Bilder des Säuglings, der sich in einem „erbärmlichen Zustand“ befunden habe, sehr schockiert hätten.

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