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Verdacht auf weitere Straftaten gegen Neugeborene

Mutter strangulierte Säugling mit Nabelschnur und wollte ihn die Toilette herunterspülen

Mittwoch, 04 Mai 2016 18:29
Mutter strangulierte Säugling mit Nabelschnur und wollte ihn die Toilette herunterspülen Bildquelle: PIXABAY.COM

Landshut - Seit Dienstag muss sich eine junge Frau wegen eines besonders abstoßenden Falles von versuchtem Totschlag vor dem Landgericht Landshut verantworten. Laut der Staatsanwaltschaft Landshut hat die 24-jährige Mutter im letzten Sommer ihr eigenes Kind in Tötungsabsicht stranguliert und dann versucht, den Säugling eine Toilette herunterzuspülen.

Nach einem Aufenthalt als Au-Pair in Dubai hat die Angeklagte auf einer Parkdeck-Toilette am Münchner Flughafen ein Baby zur Welt gebracht. Den Ermittlern vorliegende SMS-Nachrichten der Frau an den möglichen Kindsvater belegen, dass sie die Schwangerschaft ablehnte und eine Entbindung in den Vereinigten Emiraten sowie gesundheitliche Probleme des Kindes frei erfunden hatte. Das Kind kam nämlich erst nach dem Rückflug der Frau auf der Flughafen-Toilette zur Welt, wo die Erzieherin es offenbar mit der Nabelschnur zu erdrosseln versuchte. Die Angeklagte schweigt bislang zum Tathergang.

Dafür hat vor Gericht ein Ermittler die erschütternden Geschehnisse in der Toilette geschildert. Nach seiner Aussage steckte die Plazenta tief im Toilettenrohr und die Nabelschnur war um den Hals des Säuglings geschlungen. Der Polizeibeamte sagte: „Erst als die Plazenta herausgenommen wurde, löste sich die Nabelschnur und das Baby hat angefangen zu atmen.“

Das kleine Mädchen wurde unmittelbar nach der Tat in einer Kinderklinik ärztlich versorgt und lebt heute bei Pflegeeltern. Bleibende Schäden durch den Sauerstoffmangel können bis heute nicht ausgeschlossen werden.

Zu Beginn des Verfahrens wurde bekannt, dass die Angeklagte laut Zeugenaussagen auch schon in den Jahren 2012 und 2014 schwanger war, ohne dass Erkenntnisse über die Schwangerschaftsverläufe, Entbindungen und den Kinderverbleib vorliegen. Damit steht der Verdacht weiterer Straftaten gegen Neugeborene im Raum. Ein Behördensprecher sagte dazu: „Wir wissen nicht, wie die Schwangerschaften verlaufen sind und ob sie zu Geburten geführt haben.“ Es gebe jedenfalls keine Hinweise auf Krankenhaus-Entbindungen.

Sollte sich der Tatverdacht erhärten, könnte es zu einem weiteren Verfahren gegen die 24-Jährige und ihre Eltern kommen. Zum Zeitpunkt der früheren Schwangerschaften wohnte sie bei ihren Eltern, und diese hätten die Schwangerschaften ihrer Tochter bemerken müssen.

Mit einem Urteil im laufenden Verfahren wird Anfang Juni gerechnet.

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