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Schwarzfahrer-Quote liegt zwischen Würzburg und München bei zwei bis drei Prozent

Mehr Ticket-Kontrollen und höhere Strafen für Schwarzfahrer in Bayern

Donnerstag, 31 Dezember 2015 06:31
Mehr Ticket-Kontrollen und höhere Strafen für Schwarzfahrer in Bayern Mehr Ticket-Kontrollen und höhere Strafen für Schwarzfahrer in Bayern Quelle: PIXABAY.COM

Nürnberg/Würzburg/München/Regensburg - Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs in Bayern wird es nicht entgangen sein: Um das Schwarzfahren einzudämmen, haben viele Verkehrsbetriebe mehr Kontrolleure eingestellt und so die Kontrollen deutlich verschärft. Außerdem sind vielerorts die Strafen für die fahrscheinlose Benutzung von Bussen und Bahnen von 40 auf 60 Euro erhöht worden.

Alleine in Nürnberg wurden 2014 fast 26.000 Schwarzfahrer erwischt; das entspricht einem Anteil von etwas unter zwei Prozent aller Fahrgäste. Nach eigenen Angaben entgehen der Verkehrs-AG Nürnberg jährlich rund 1,5 Million Euro an Einnahmen durch das Schwarzfahren. In der Franken-Metropole führte man deshalb schon vor Jahren den kontrollierten Einstieg beim Fahrer mit Sichtkontrolle der Fahrscheine ein.

Wie sich die verstärkten Kontrollen und höheren Strafen auf das Fahrgastaufkommen in ihrem Bereich auswirken, konnte die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH WVV noch nicht sagen. „Für eine abschließende Beurteilung ist es noch zu früh“, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Seit August sei aber schon ein leichter Rückgang der Schwarzfahrer-Quote festzustellen. Nach Angaben des WVV-Sprechers lag diese Quote im Jahr 2014 bei rund 2,1 Prozent, das heißt, 2,1 Prozent der kontrollierten Fahrgäste konnten kein gültiges Ticket vorweisen. Mit den Bussen und Bahnen der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH WVV fahren jedes Jahr etwa 30 Millionen Menschen; ungefähr 10.000 von ihnen wurden kontrolliert.

Auch bei der Nutzung der Münchner S-Bahnen ist ein leichter Rückgang der Schwarzfahrer-Quote festzustellen. Ein Sprecher sagte: „Wir haben in diesem Jahr mehr Zivilfahnder eingesetzt. Das hat die Quote zunächst nach oben getrieben. Seitdem aber ist es kontinuierlich rückläufig.“ Auch in München wurden für Busse und Straßenbahnen zusätzliche Kontrolleure eingestellt und das Entgelt für Fahren ohne gültiges Ticket auf 60 Euro erhöht. Momentan würden etwa drei Prozent aller kontrollierten Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein angetroffen; täglich nutzen rund 840.000 Menschen die S-Bahnen in der Landeshauptstadt.

Auf höhere Geldstrafen sowie das Ticket-Vorzeigen beim Busfahrer in den Abendstunden und am Wochenende setzen die Regensburger Verkehrsbetriebe. Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein stellte zufrieden fest: „Da haben wir natürlich einen großen Effekt. Zu diesen Zeiten spüren wir einen merklichen Rückgang der Quote.“ Im ersten Halbjahr 2015 betrug die Schwarzfahrer-Quote in Regensburg etwa 3,1 Prozent.

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