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Das Young Refugee Center wurde erst im April 2016 eröffnet

Münchner Asylunterkunft mit 15 Migranten verschlingt monatlich 400.000 Euro Betriebskosten

Freitag, 16 Juni 2017 20:33
Young Refugee Center in der Münchner Marsstraße Young Refugee Center in der Münchner Marsstraße

München - Als im Herbst 2015 auf Geheiß Angela Merkels die deutsche Grenze geöffnet wurde, kamen am Münchner Hauptbahnhof Tag für Tag Tausende Asylbewerber an, die mit „Refugees welcome“-Losungen begrüßt wurden. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und die rot-schwarze Stadtratskoalition sind seitdem bemüht, die Asylbewerber trotz Wohnungsnot und Mietenexplosion bestmöglich unterzubringen. Dabei werden offenbar weder Kosten noch Mühen gescheut.

Für Kopfschütteln sorgt derzeit eine fast leerstehende Münchner Flüchtlingsunterkunft, die monatliche Betriebskosten von über 400.000 Euro verschlingt. In dem  sogenannten Young Refugee Center (YRC) in der Marsstraße 19 waren am 8. Juni nur 15 unbegleitete minderjährige Asylbewerber untergebracht, für die 35 Betreuer vorgesehen sind. Dazu gehören Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzte, Dolmetscher, Jugendamtsmitarbeiter und Sicherheitspersonal.

Nach einem Bericht der Münchner „tz“ liegt die monatliche Kaltmiete für das erst im April 2016 eröffnete YRC bei 131.000 Euro. Im Mai seien zusätzliche Fixkosten in Höhe von 271.900 Euro für Reinigung, Hausmeisterdienste und anderen Personaleinsatz angefallen. 

Auch das Münchner Sozialreferat hält die Kosten der Unterkunft mittlerweile für zu hoch und arbeitet laut Referatssprecher Frank Boos „mit Hochdruck an einer kostengünstigeren Konzeption“. Denkbar wäre eine Verkleinerung oder Verlegung des Young Refugee Center. Eine Schließung des YRC kommt für die Stadt München somit nicht in Frage.

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