bayern-depesche.de

Freigegeben in Regional

Wirt des Hofbräukellers hat AfD trotz Zusage wieder ausgeladen

Münchner AfD will Auftritt von Frauke Petry im Hofbräukeller nun gerichtlich erzwingen

Dienstag, 10 Mai 2016 21:43
Frauke Petry, AfD | Bildschirmfoto vom 31.07.2015 der Webseite www.hofbraeukeller.de Frauke Petry, AfD | Bildschirmfoto vom 31.07.2015 der Webseite www.hofbraeukeller.de Quelle: afdbayern.de | Bildschirmfoto | http://www.hofbraeukeller.de/

München - Der für den 13. Mai im Münchner Hofbräukeller geplante Auftritt der AfD-Bundessprecherin Frauke Petry vor 500 Gästen soll auf jeden Fall stattfinden. Das kündigte der Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes München-Ost, Wilfried Biedermann, an, nachdem Wirt Ricky Steinberg seine Vermietungs-Zusage vor einigen Tagen zurückgezogen und sich scharf von der AfD distanziert hatte. Biedermann wirft ihm Vertragsbruch vor.

Der Vertrag zwischen dem Hofbräukeller und dem veranstaltenden AfD-Kreisverband sei am 28. April unstrittig rechtswirksam abgeschlossen worden. Eine geforderte Vorauszahlung von 6.100 Euro sei pünktlich überwiesen worden, so der AfD-Kreischef.

Die AfD hatte Steinberg eine Frist bis Montagmittag gesetzt, um zu erklären, dass er den Vertrag einhalten werde. Der Wirt bleibt aber dabei, der AfD die zugesagten Räumlichkeiten zu verweigern. „Er hat das Ultimatum verstreichen lassen“, sagte Winfried Biedermann und kündigte die Einreichung einer Klage an. „Unser Ziel ist, dass die Veranstaltung stattfindet.“

Steinbergs offizielle Begründung für die Ausladung – „Sicherheitsbedenken“ und ein „Rechtsruck“ der AfD nach dem Stuttgarter Bundesparteitag – hält Biedermann für vorgeschoben und betonte: „Am Montag, dem 2. Mai, also 24 Stunden nach Ende des AfD-Parteitages, hat der Hofbräukeller in einer Mail die Reservierung sogar nochmals bestätigt.“

Der AfD-Kreisvorsitzende im Münchner Osten vermutet hinter der Absage Druck von sogenannten Antifaschisten und dem linken Lager von SPD, Grünen und Gewerkschaften. Ihm sei bei der Suche nach Veranstaltungsräumen für die AfD von verschiedenen Wirten gesagt worden, dass man das Geschäft gerne mache, aber „aufpassen“ müsse. Besonders jene Wirte, „die wieder lukrative Plätze auf dem Münchner Oktoberfest haben wollen, lehnen es neuerdings offenbar aus Angst vor Nachteilen ab, Veranstaltungen mit der Alternative für Deutschland zuzulassen“, erklärte Biedermann.

Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron hatte den bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Ende März in einem Offenen Brief aufgefordert, sich hinter seine Mitglieder zu stellen, die durchaus gerne an die AfD vermieten würden, aber Angst vor Repressalien und Sachbeschädigungen hätten.

Zuletzt war laut Biedermann in München der Gastronom des „Wirtshauses im Isartal“ unter den „mehr oder weniger offenen Drohungen von AfD-Gegnern eingeknickt und verweigert seit April die Bewirtung der Partei“.

Der AfD-Kreisverband München-Ost hat jetzt mitgeteilt, dass die Rednerveranstaltung mit Frauke Petry am 13. Mai auf jeden Fall stattfinden werde. Sollte das Landgericht München der AfD-Klage gegen den Wirt des Hofbräukellers nicht stattgeben, werde der Auftritt an einem anderen Ort stattfinden.

Wie die BAYERN DEPESCHE am 31. Juli 2015 berichtete, machte Wirt Ricky Steinberg schon einmal mit seiner Lokalverbotspolitik überregionale Schlagzeilen. Damals erteilte er allen Burschenschaften Hausverbot, weil bei einer burschenschaftlichen Zusammenkunft im Hofbräukeller das nicht verbotene Deutschlandlied in allen drei Strophen gesungen worden sein soll. Steinberg erklärte damals, Studentenverbindungen mit „rechtem“ Gedankengut nicht bewirten zu wollen, und formulierte polemisch: „Ich habe in meinem Lokal keinen Platz für braune Schafe.“

Artikel bewerten
(39 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten