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Reaktion auf die gezündete Rucksack-Bombe in Ansbach

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erwägt ein Rucksack-Verbot für das Oktoberfest

Montag, 25 Juli 2016 19:18

München/Ansbach - Einen Tag, nachdem ein 27-jähriger syrischer Asylbewerber in Ansbach eine in einem Rucksack versteckte Bombe zündete und damit 15 Menschen teils schwer verletzte, hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ein Rucksack-Verbot für das diesjährige Oktoberfest ins Gespräch gebracht. Das 183. Münchner Oktoberfest findet vom 17. September bis zum 3. Oktober 2016.

„Wir werden jetzt noch intensiver mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei über das Thema Oktoberfest reden. Da wird man nachdenken müssen, ob man zum Beispiel Rucksäcke verbietet“, sagte Reiter dem Bayerischen Rundfunk.

Der sozialdemokratische Oberbürgermeister, der bislang ein glühender Anhänger von Angela Merkels „Wir schaffen das“-Mantra war, scheint angesichts der Asylbewerber-Anschläge in Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf in der Isar-Metropole nachdenklicher geworden zu sein.

Seit dem Bombenanschlag in Franken sage er ganz offen, dass man über Maßnahmen wie ein Verbot von Rucksäcken auf der Wiesn nachdenken müsse, so Reiter. „Eine objektive, absolute Sicherheit auf dem Oktoberfest – die gab es nie und die wird es auch in Zukunft nicht geben.“

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sollte der 27-jährige Selbstmordattentäter von Ansbach eigentlich nach Bulgarien abgeschoben werden. Ein Ministeriumssprecher sagte, man wisse nicht, warum die Abschiebung des Mannes durch den Freistaat Bayern nicht vollzogen worden sei.

Der Syrer lebte seit etwa zwei Jahren in einem ehemaligen Hotel der mittelfränkischen Stadt. Obwohl sein Asylantrag vor einem Jahr abgelehnt wurde, hatte er eine Aufenthaltsduldung.

Als „freundlich, unauffällig und nett“ wird der Täter von Reinhold Eschenbacher vom Ansbacher Sozialamt beschrieben. „Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen“, teilte Eschenbacher mit. Laut der parteilosen Oberbürgermeisterin Carda Seidel leben etwa 600 Asylbewerber in Ansbach.

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