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Sympathiebekundungen für den „Islamischen Staat“ sollen verhindert werden

Keine Autokennzeichen mit Kürzel „IS“ mehr in Augsburg und im Landkreis Aichach-Friedberg

Donnerstag, 28 April 2016 18:43

Augsburg - Kürzel auf Autokennzeichen können schnell zum Politikum werden. Die Zulassungsstellen sind schon mehrfach angewiesen worden, als politisch problematisch geltende Buchstabenkombinationen nicht mehr zu vergeben. Gesetzlich verboten sind in Deutschland bislang Autokennzeichen-Kürzel wie „HJ“, „SS“, „SA“ oder „KZ“, die einen Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus herstellen können.

Mancherorts gibt es auch Sonderregelungen. In der Frankenmetropole Nürnberg ist beispielsweise das Kürzel „PD“ nicht erlaubt, weil dies „N-PD“ ergäbe und so als Parteinahme für die NPD verstanden werden könnte. Die Zulassungsstelle Augsburg lässt die Buchstabenkombination „HH“ dann nicht mehr zu, wenn sie vermutet, dass der Autofahrer damit eine neonationalsozialistische Gesinnung dokumentieren will.

Dieser Tage hat die Augsburger Zulassungsstelle für Schlagzeilen gesorgt, weil sie seit Anfang April auch die Kombination „IS“ nicht mehr als Kennzeichen vergibt. Nach Angaben von Helmut Truschies, dem Chef der Zulassungsstelle, will man so Sympathiebekundungen für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ („IS“) und daraus folgende Missverständnisse vermeiden. Er befürchtet, dass die Autos arabischer oder arabisch aussehender Personen beschädigt werden, wenn die Buchstabenkombination „A-IS“ auf den Autokennzeichen steht.

Sensibilisiert für das Problem wurde Helmut Truschies, als ihm ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle mitteilte, dass sich ein arabischstämmiger Kunde das Kennzeichen „A-IS“ wünsche. Die neue Regelung soll der Vergabe des islamistischen Bekenntnis-Kürzels nun einen Riegel vorschieben.

Der Landkreis Aichach-Friedberg hat entschieden, dem Beispiel Augsburgs zu folgen und das mögliche Wunschkennzeichen „AIC-IS“ nicht mehr zu vergeben. Landratsamtssprecher Wolfgang Müller betonte, dass der Landkreis damit Verwechslungen ausschließen wolle.

Die vollständige Ächtung des Autokürzels „IS“ gelingt im Zentrum Bayerisch-Schwabens dennoch nicht, weil der Landkreis Augsburg im Gegensatz zur Stadt Augsburg die Kombination „IS“ weiterhin freigeben will. Das dortige Landratsamt erklärte, man werde das Kennzeichen solange vergeben, bis eine Weisung dies unterbinde.

Letzte Änderung am Donnerstag, 28 April 2016 18:55
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