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Brandstiftung von außen wurde schnell ausgeschlossen

Ingolstadt: 22-jähriger Syrer als mutmaßlicher Asylheim-Brandstifter festgenommen

Dienstag, 13 Oktober 2015 06:32
Ingolstadt Ingolstadt

Ingolstadt - Bei einem Brand in einem Ingolstädter Asylantenheim sind am Donnerstag vier Menschen verletzt worden, die mit Rauchvergiftungen in Kliniken gebracht wurden. In dem früheren Hotel sind im Auftrag der Regierung von Oberbayern derzeit fast 120 Asylbewerber einquartiert. Nach der Evakuierung des seit November 2013 als Asylheim genutzten Gebäudes wurden die Bewohner aus Syrien, Afghanistan, Pakistan sowie aus afrikanischen Ländern vorübergehend in Ersatzunterkünften in Ingolstadt untergebracht.

Nach Angaben der Kriminalpolizei gab es zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf einen Brandanschlag von außen. „Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung von außen haben sich nicht ergeben“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Es gebe aber Hinweise darauf, „dass der Brand innerhalb der Unterkunft entstanden ist“. Ein Gutachter des Landeskriminalamtes hat den Brandherd in einem der Souterrain-Zimmer zeitnah untersucht. Das Zimmer brannte komplett aus; zudem wurde die Außenfassade zerstört. Die Schadenshöhe beträgt nach bisherigen Schätzungen rund 50.000 Euro.

Wenige Stunden, bevor das Feuer das Hotelzimmer verwüstete, kam es zu einem ernsten Zwischenfall mit einem syrischen Asylanten. Seitens der Polizei heißt es: „Inzwischen wurde festgestellt, dass ein 22-jähriger syrischer Asylbewerber im Verdacht steht, zuvor die Heckscheibe eines vor der Unterkunft geparkten Porsche eingeschlagen zu haben.“ Außerdem soll der Syrer „einen Besucher mit einem Messer bedroht haben“ – bei dem Bedrohten handelt es sich offenbar um den Inhaber des Asylanten-Hotels. Die Ermittler teilten mit: „Der 22-Jährige bewohnte zuletzt das Stunden später ausgebrannte Zimmer.“ Er steht unter dringendem Tatverdacht, auch das Feuer gelegt zu haben. Der junge Asylbewerber flüchtete, konnte aber später nahe des Viehmarktplatzes in Ingolstadt festgenommen werden.

Am Freitag brach auch im oberbayerischen Beilngries in einer Asylantenunterkunft ein Brand aus und richtete einen Schaden in sechsstelliger Höhe an. Verletzt wurde niemand. Wie schon in Ingolstadt fand die Polizei keine Hinweise auf Brandstiftung und schloss somit eine Tat mit „fremdenfeindlichem Hintergrund“ aus. Ein Polizeisprecher sagte: „Es gibt keine konkreten Anhaltspunkte, dass das Feuer gelegt worden wäre.“ Der Brand sei im Dachstuhl unterhalb des Firstes ausgebrochen, auf den man nur durch die Wohnungen komme. „Von außen kommt da niemand heran“, hieß es. In dem Mehrfamilienhaus wohnen zehn Asylanten aus Eritrea.

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Oktober 2015 15:33
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