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Hauptproblem bleibt die Überschwemmung mit Crystal Meth

In München ist die Zahl der Drogentoten im ersten Halbjahr 2016 weiter gestiegen

Montag, 01 August 2016 20:47
Methylamphetamin-„Crystals“ Methylamphetamin-„Crystals“ Bildquelle: United States Federal Government

München - Bis zum 1. Juli dieses Jahres zählte das Münchner Polizeipräsidium in der Landeshauptstadt 36 Drogentote. Im Vorjahreszeitraum waren es 32 Tote und 2014 nur 23.

Wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) mitteilte, sind im ersten Halbjahr 2016 bayernweit 145 Drogenkonsumenten gestorben und damit ebenso viele wie von Januar bis Juni 2015.

In den letzten Jahren sind im Freistaat immer mehr Menschen an den Folgen ihres Rauschgiftkonsums gestorben. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums wurden im letzten Jahr 314 Drogentote gezählt; 2014 waren es 251 und 2013 230.

Ministeriumssprecher Michael Siefener macht sowohl einen höheren Wirkstoffgehalt in den Drogen als auch das chemische „Strecken“ der Rauschgifte für die steigende Zahl von Todesfällen verantwortlich.

Die größten Sorgen bereitet den Behörden weiterhin Crystal Meth, das extrem schnell süchtig macht, das Gehirn schädigt und den Körper verfallen lässt.

Journalisten des Bayerischen Rundfunks hatten im Frühjahr recherchiert, dass sich Bayern zu einem der wichtigsten Operationsgebiete für Händler von Crystal Meth in Mitteleuropa entwickelt hat. Professionell agierende Banden beliefern demnach von Bayern aus ganz Deutschland und andere EU-Staaten mit der Todesdroge.

Insbesondere Nürnberg wird immer mehr zur Drehschreibe des Crystal-Handels. Allein dort hat die Polizei in den Jahren zwischen 2008 und 2015 mehr als acht Kilogramm der Droge sichergestellt, was 80.000 Konsumeinheiten entspricht. Etwa 4,7 Kilogramm wurden außerdem in der Stadt Fürth und im Landkreis Nürnberger Land sichergestellt.

Fast das gesamte in Bayern beschlagnahmte Crystal Meth stammt nach Behördenangaben aus Tschechien.

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