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„Ausmaß der aufgetretenen Gewalt sprengt das Maß des bisher Erlebten und Vorstellbaren“

Hilferuf von SPD-Bürgermeisterin wegen massiver Gewalt von jungen afrikanischen Asylbewerbern

Dienstag, 25 Oktober 2016 19:16
Garmisch-Partenkirchen sieht sich als Urlaubsregion durch Flüchtlinge bedroht Garmisch-Partenkirchen sieht sich als Urlaubsregion durch Flüchtlinge bedroht Quelle: BAYERN DEPESCHE

Garmisch-Partenkirchen - In einem Brandbrief an die Bezirksregierung von Oberbayern hat nun ausgerechnet eine SPD-Politikerin unhaltbare Zustände mit afrikanischen Asylbewerbern in ihrer Gemeinde kritisiert.

In ihrer Verzweiflung schickte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer ein dreiseitiges Schreiben an Regierungsvizepräsidentin Maria Els, an Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, an Bayerns Staatskanzleichef Marcel Huber, an die Staatsminister Joachim Herrmann und Emilia Müller, an Landrat Anton Speer sowie an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats.

Darin beklagt Meierhofer eine sich in den letzten Wochen „immer mehr zuspitzende Situation in und um die Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung Abrams“. Sollte die oberbayerische Regierung nicht handeln, seien bestimmte Schritte unvermeidlich, um die „öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten zu können“. In letzter Konsequenz bedeute das, die dauerhafte Nutzung des Abrams-Komplexes als Asylunterkunft durch planungsrechtliche Änderungen unmöglich zu machen.

In dem ehemaligen amerikanischen Hotel sind derzeit 250 Asylanten untergebracht. Etwa 150 davon sind junge, alleinstehende Männer aus Schwarzafrika.

Die 60-jährige Bürgermeisterin fürchtet wegen zahlreicher Vorkommnisse um den Ruf des malerischen Ortes und um die Sicherheit ihrer Bürger und der Touristen. In den letzten Wochen habe die Gemeinde deshalb zahlreiche Hausverbote gegen Flüchtlinge ausgesprochen. „Das Ausmaß der aufgetretenen Gewalt sprengt das Maß des bisher Erlebten und Vorstellbaren“, schreibt Meierhofer. In ihrem Brief berichtet die Sozialdemokratin, dass Hotels und Gaststätten ihren weiblichen Mitarbeitern schon raten würden, abends den Ortskern zu meiden.

Trotz der Aufstockung des Sicherheitspersonals und des Ausbaus der Überwachungstechnik in der Aufnahmeeinrichtung musste die Polizei nach eigenen Angaben in wenigen Wochen so viele Einsätze leisten wie sonst in einem halben Jahr.

Der örtliche Vize-Polizeichef Thomas Holzer bestätigt, dass es im September zu zahlreichen „Raufereien, Schlägereien und Sachbeschädigungen“ im Abrams-Komplex gekommen ist. „Im September verzeichneten wir ein Viertel unserer Jahreseinsätze“, so Holzer. „Die derzeitige Situation ist für uns ein Problem“ und gebe Anlass zu großer Sorge. „Die Schwarzen haben das Sagen“, räumt der stellvertretende Inspektionsleiter ein. Sie besetzten die besten WLAN-Plätze und bestimmten, welcher Asylant in welchem Zimmer zu schlafen habe.

Ein Sprecher der Regierung von Oberbayern teilte mit, dass man die prekäre Sicherheitslage in Garmisch-Partenkirchen ernst nehme. Gleichzeitig sagte er, „dass aus unserer Sicht Asylbewerber aus bestimmten Regionen nicht von vornherein als problematische Bevölkerungsgruppe eingeordnet werden dürfen“.

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