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Tagung „Franken – eine blühende Landschaft Bayerns?“

DGB Bayern fordert mehr Hilfe für den ländlichen Raum

Dienstag, 20 Oktober 2015 23:41
DGB Bayern DGB Bayern Quelle: dgb.de

Nürnberg - Auf der Tagung „Franken – eine blühende Landschaft Bayerns?“ hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, mehr Einsatz für die Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum zu zeigen. Bei dem Treffen debattierten rund 100 Teilnehmer aus Gewerkschaften, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kirchen über die Zukunftschancen des ländlichen Raumes mit besonderem Blick auf Franken.

Der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, sagte auf der in Nürnberg stattfindenden Tagung: „Je wichtiger im Zuge der Globalisierung das Große wird, je schneller die internationalen Märkte zusammenwachsen, je internationaler unser Wirtschaftsleben wird, desto wichtiger wird für die Menschen auf der anderen Seite das Kleine, also der Ort, in dem sie leben. Kommunen sind mehr als die Organisatoren von Abwasser und Nahverkehr. Kommunen sind der Lebensort. Die Kommunen brauchen dauerhaft zusätzliche Einnahmen, über deren Verwendung sie vor Ort entscheiden können. Um die strukturschwachen Regionen in Nordbayern zu stützen, sind langfristige Planungen mit ausreichend finanzieller Ausstattung erforderlich.“

Der bayerische DGB fordert eine gesicherte Gesundheitsversorgung im strukturschwachen Raum, den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Personennahverkehr und Schienenpersonennahverkehr, eine bessere Breitbandversorgung, mehr Schulinvestitionen, eine Entlastung der kommunalen Haushalte und eine Stärkung der allgemeinen Daseinsvorsorge. Die Politik der Bayerischen Staatsregierung habe den wachsenden Unterschieden in der sozioökonomischen Landesentwicklung kaum etwas entgegenzusetzen. Bayerns DGB-Vorsitzender Jena kritisierte die Gleichgültigkeit gegenüber der prekären Entwicklung in einigen Landkreisen des Freistaates: „Statt auf strategische langfristige Planung setzt die Staatsregierung auf kurzfristige Projekte und die Kräfte des Marktes. Langfristige Planungen mit klar definierten Zielen sind kaum noch Gegenstand der derzeitigen Politik. Dass dabei insbesondere die Landkreise am nördlichen und östlichen Rand Bayerns ins wirtschaftliche Hintertreffen geraten, wird in München und Nürnberg ignoriert.“

Die Abwanderung aus bestimmten Regionen sei alarmierend. Städte wie Wunsiedel und der Landkreis Rhön-Grabfeld hätten zweistellige Abwanderungsquoten, so der DGB. Dadurch sinke das Fachkräftepotenzial, die Finanzkraft der Region lasse nach und regionale Wirtschaftskreisläufe kämen zum Erliegen. Die Abwanderung aus dem ländlichen Raum bringe aber auch für die Metropolen Probleme wie steigendes Verkehrsaufkommen und immer höhere Mieten mit sich.

Letzte Änderung am Dienstag, 20 Oktober 2015 23:46
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