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Wenn die Lösung in Wirklichkeit ein Teil des Problems ist

Covid19 und eine zweifelhafte Virusbekämpfung

Mittwoch, 23 Dezember 2020 20:10
Covid19 und eine zweifelhafte Virusbekämpfung Quelle: Johannes Kraus von Sande, BAYERN DEPESCHE

München - Das Coronavirus tut in diesen Tagen dasjenige, was Viren nun mal gerne so tun um zu überleben: Es mutiert. Schreckensmeldungen werden von Variationen aus England und Südafrika verbreitet, mindestens eine Variante entstand bekanntermaßen in der nicht artgerechten Massentierhaltung von Nerzen in Dänemark und übertrug sich auch auf Menschen. Die britische Variante ist in Zeiten von trotz Corona noch hoher Mobilität wenig überraschend auch schon in anderen Ländern angekommen und verbreitet, man hört von Belgien und Italien. Wahrscheinlich ist ferner, dass die Mutante auch Deutschland bereits erreicht hat. Die Ansteckungsfähigkeit der englischen Version soll angeblich 71% höher als diejenige der kontinentalen Variante sein, was zu weiterer Besorgnis bei den für die Pandemiebekämpfung Verantwortlichen führt. Auch die Veränderung im Sinne einer höheren Infektiosität darf jedoch eigentlich nicht erstaunen, da es der Entwicklungsweg einer Vielzahl von Viren ist. Nur so kann das Virus im Rahmen der Evolution auch erfolgreich sein.

Ob der Mensch jedoch mit seiner Kultur, Zivilisation und auch Virusbekämpfung evolutorisch erfolgreich sein wird, muss sich in Zukunft erst noch erweisen. Fortschritts- und Technikgläubigkeit stoßen bei verständigen Zeitgenossen (nicht jedoch beispielsweise bei einem bayerischen Ministerpräsidenten, der trotz grüner Gedanken Tag und Nacht von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Raumfahrt träumt) bereits an ihre Grenzen, der sogenannte Fortschritt könnte sich leicht auch als evolutorische Sackgasse erweisen. Bei einem stets komplexer werdenden Systemgesellschaftlicher, kultureller und technischer Gegebenheitenund Abhängigkeiten ist es nicht gerade unwahrscheinlich, dass negative Auswirkungen von Eingriffen in unsere natürlichen Lebensgrundlagen nicht rechtzeitig, vollumfänglich oder gar nicht erkannt und insoweit auch nicht durch neue technische oder natürliche Lösungen ausreichend kompensiert werden können. Erst recht dann nicht, wenn sich technische Entwicklung zeitlich beschleunigt und notwenige Korrektive, beispielsweise aus der Ethik, nicht mehr früh genug und effektiv greifen können. Man kann auch eleganter und hochmütiger aussterben, als es die Dinosaurier je taten.

Doch zurück zu unserem Corona-Impfstoff: Der Hersteller Biontech zeigt sich zuversichtlich, dass sein Präparat auch gegen die Mutation aus England helfen wird. Selbstverständlich hat er daran auch ein großes wirtschaftliches Interesse und testet dies derzeit auch bereits. Er gibt zudem zu erkennen, dass es aus seiner Sicht auch unschwer möglich sein wird, den neuartigen mRNA-Impfstoff an neu auftretende Varianten des Coronavirus anzupassen. Evolutorisch ist hier ein Fortschritt noch nicht zwangsläufig erwiesen, ökonomisch eröffnen sich für den Hersteller jedoch sichtbar positive Perspektiven.

Interessant wird unsere Betrachtung jedoch erst dann, wennwir auch weitere aktuelle Einsichten der Evolutionsbiologie einfließen lassen, beispielsweise die Erkenntnisse des Evolutionsbiologen Jesse Bloom, der bevorzugt Virenstämme als Grundlage seiner Untersuchungen verwendet. Letztlich referiert jedoch auch er lediglich ein in der Biologie weithin bekanntes Phänomen.

Bloom geht zurecht davon aus, dass nach einer Forcierung der Massenimpfung gegen COVID-19 der Evolutionsdruck auf das Virus erheblich steigen wird. Damit ist es dazu gezwungen, in erheblich größerem Umfang als bislang zu mutieren, um überleben zu können. Für Biontech und andere Hersteller von Impfstoffen eine durchweg lohnende Entwicklung. Ob auch für die Menschheit, muss an dieser Stelle zumindest in Frage gestellt werden. Wer das Rennen gewinnen wird, ist offen. Es erscheint in keiner Weise unwahrscheinlich, dass sich ein regelrechter Teufelskreis aus Veränderung des Virus und notwendigen Nachbesserungen beim Impfstoff entwickelt. Auch wenn die Viren nur bedingt vergleichbar sind, kennen wir ähnliche Phänomene von der Grippeimpfung, die letztlich jährlich aktualisiert werden muss. Wie auch immer erhöht sich damit am Ende die Abhängigkeit der Menschheit von der Pharmaindustrie, offensichtlich ein ökonomisch und teils auch politisch erwünschter Effekt. Hinreichend bekannt ist auch das vergleichbare Phänomen multiresistenter Keine durch übermäßigen Gebrauch von Antibiotika. Das Entstehen unerwünschter, zu spät erkannter und teils möglicherweise nicht mehr korrigierbarer Risiken und Nebenwirkungen insbesondere neuartiger Impfstoffe ist zusätzlich nicht unwahrscheinlich. Während wir keine Lust darauf verspüren, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu konsumieren, sollen wir an der Impfung mit mRNA-Impfstoffen jedoch unsere Freude haben und die Welt daran genesen.

Doch erweitern wir unsere Perspektive um einen zusätzlichen Schritt: Der Mensch hat sich über die Jahrmillionen in einem Umfeld von tausenden Viren und unzähligen Stämmen von Bakterien entwickelt, trägt diese teilweise in sich und benötigt sie auch für sein biologisches Überleben. Wie wir inzwischen wissen, wirken sich zumindest Bakterien erheblich auf Gesundheit, Psyche und sogar Charakter eines Menschen aus, bei Viren wird es vermutlich ähnlich sein. Viren und Bakterien sind schlicht ein Teil des uns umgebenden, lebenswichtigen Ökosystems.

Nicht neu ist auch die Erkenntnis, dass Zoonosen, das heißt Krankheitserreger, die sich vom Tier auf den Menschen übertragen können, seit dem Beginn der Industrialisierung stark zugenommen haben. Sie sind schlicht eine Folge zunehmend gestörter und geschädigter Ökosysteme. Die Natur scheint schlicht erkannt zu haben, dass der Mensch mit seiner gegenwärtigen Kultur und Zivilisationsform ein gravierender und zunehmender Störfaktor in seit hunderten von Millionen Jahren bestehenden und sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickelnden Ökosystemen ist. Die zentrale Frage, ob der Mensch die Natur wirklich beherrschen oder sogar besiegen kann, ist eine klassische, die ich für meine Person mit einem klaren Nein beantworten würde.

„Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand!“ klingt es dem literarisch gebildeten Menschen im Ohr, nicht jedoch ganz offensichtlich bayerischen Ministerpräsidenten oder deutschen Kanzlerinnen. Die drei von Theodor Fontane zitierten Hexen, die auch schon Shakespeare bewegt hatten, werden auch mit menschlichen Impfstoffen oder den Produkten von Biontech keine Ausnahme machen. Das Drama nimmt weiterhin seinen Lauf.

Jedoch was lernen wir daraus? Oberstes Gut in unserer Kultur und Gesellschaft ist die Menschenwürde. Ein Recht auf Leben kann ein Staat gegenüber der Natur nicht garantieren. Frühere Generationen starben für unsere Freiheit, auch der Gedanke, möglichst in Freiheit zu sterben, war ein zentrales Element ihres Denkens, ihres Stolzes und ihrer Würde. Nach heute staatlich propagierten Idealen wird unsere Jugend aber nun angeblich zu Helden, wenn sie sich mit Junkfood und Netflixauf das heimische Sofa zurückzieht, wo sie insbesondere auch gefördert durch in der Krise zusätzlich defizitäre Bildungspolitik getrost verfetten und verblöden kann. Die staatlichen Maßnahmen gegen die Pandemie sind insgesamt fragwürdig und mit erheblichen Risiken behaftet, insbesondere rauben sie uns jede Freiheit. Sie haben nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit im Auge und korrelieren mit teilweise zweifelhaften Wertvorstellungen. Freiheit und Menschenwürde sind in einer Weise in Gefahr, wie es seit vielen Jahrzehnten in Deutschland, jedoch letztlich auch weltweit nicht mehr der Fall war. Viren sind per se nicht unsere Feinde, sondern ein Teil von uns selbst und der uns umgebenden Ökosysteme. Erklären wir ihnen wie in diesen Tagen geschehen pauschal den Krieg, führen wir auch den Krieg gegen uns selbst mit neuen und gefährlicheren Mitteln fort.

Was hilft uns weiter? Wir sollten unser Immunsystem stärken. Der körpereigenen Abwehr zuträglich sind unzweifelhaft Lebensfreude, Zuversicht, Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und gerade in der Winterzeit viel frische Luft und viel Bewegung im Freien. Unser Immunsystem entwickelte sich in der Interaktion mit Pflanzen und Tieren. Ausgedehnte Waldspaziergänge fördern durch von den Bäumen abgegebene Stoffe die Funktionsfähigkeit und Leistungsfähigkeit unserer Immunabwehr sowie durch Bewegung Gesundheit und körperliche Fitness. Ausreichend Licht, Vitamin D und C sind unabdinglich, der Rückzug in die eigenen vier Wände und aktuell vielfach staatlich verursachte Existenzängste und Depressionen schaden unserer Gesundheit immens und verringern die Widerstandskraft gegen Viren. Wir müssen mit der Natur wieder ins Reine kommen. Der Holunder, der heilige Baum der alten Göttin Hola, entfaltet ungeahnte Kräfte gegen Viren. Die Wirksamkeit von Holunderblütentee und auch der Beeren des Baumes ist beispielsweise klinisch erwiesen. Unser Körper benötigt frisches Grün. Die Natur hat für uns viel Hilfreiches bereitgestellt, von dubiosen Politikern, Unternehmen und anderen vergleichbaren Einrichtungen sollten wir uns jedoch auch in Krisenzeiten keinesfalls abhängig machen.

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