bayern-depesche.de

Freigegeben in Regional

Teilnahme von Kultusminister Ludwig Spaenle und Innenminister Joachim Herrmann

Bayerisches Reformationsfest in Nürnberg – Betonung christlicher Wurzeln und Identität

Montag, 03 Juli 2017 20:16
Martin Luther (aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529) Martin Luther (aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529) Quelle: de.wikipedia.org | Atelier / Werkstatt von Lucas Cranach der Ältere - The Bridgeman Art Library, Objekt 308462

Nürnberg - Mit einem Festgottesdienst in der Sebalduskirche, einem Festakt im Historischen Rathaus und einem Bürgerfest feierte Nürnberg am Samstag ebenso würdevoll wie ausgelassen ein Reformationsfest. Anlass für die diversen Feierlichkeiten ist die Veröffentlichung der 95 Thesen durch den Augustinermönch Martin Luther vor 500 Jahren. Der Freistaat Bayern würdigt den großen Reformator nicht nur mit dem Staatsempfang in Nürnberg, sondern auch mit der Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“.

Der Reformationstag am 31. Oktober vor 500 Jahren, der in diesem Jahr in Bayern als Feiertag begangen wird, ist ein Wendepunkt der deutschen und europäischen Geschichte. Nürnberg zählt zu den herausragenden Orten des Reformationsgeschehens, weil es 1517 eine der wichtigsten Städte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation war, als intellektuelles Zentrum des Humanismus galt und die erste Reichsstadt war, die sich zu den geschichtsmächtigen Ideen Martin Luthers bekannte. 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der in Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer die Festrede hielt, betonte: „Die konfessionellen Schranken sind im Freistaat heute überwunden. In Bayern und Deutschland ist längst ein versöhntes Miteinander der Christen lebendig. Vieles von dem, was wir heute als ‚typisch deutsch‘ bezeichnen, ist eigentlich typisch Luther. Die Leistungsbereitschaft, die uns Deutsche in aller Welt auszeichnet, ist eine protestantische Tugend.“

Kultusminister Ludwig Spaenle rief in Erinnerung, dass Süddeutschland mit seinen Zentren von Politik, Kirche, Wirtschaft und Kommunikation im 16. und 17. Jahrhundert eine zentrale Rolle bei der Reformation und Gegenreformation spielte. Das rechtfertige allemal das bayerische Reformationsfest, zu dem man sich in Nürnberg zusammengefunden habe. Nürnberg sei wie Augsburg ein klassisches Beispiel für die Freiräume, in denen neue Ideen ausprobiert werden konnten und die der Reformation in den ersten Jahren nach Veröffentlichung der Thesen Luthers eine enorme Dynamik verliehen, sagte der CSU-Politiker. Bis heute sei Bayern – wie kaum ein anderes Bundesland in Deutschland – von konfessioneller Vielfalt geprägt. Die Mehrzahl gehöre der katholischen Konfession an, ein Fünftel der evangelischen. 

Beide Minister betonten in der Frankenmetropole übereinstimmend: „Christlichen Wurzeln und die christliche Identität haben Bayern geprägt und prägen es bis heute.“

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten